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Historisches Urteil
Fast 700 Jahre Haft für fünf Männer in Mexiko

Mexiko-Stadt. Für die Versklavung und Tötung von Frauen sind fünf Männer in Mexiko zu insgesamt 697 Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft im Staat Chihuahua sprach am Dienstag (Ortszeit) von einem historischen Urteil.

Die Männer sollen in der Stadt Ciudad Juarez an der Grenze zu den USA elf Frauen mit dem Versprechen auf einen Job angelockt, sie aber dann verkauft, zur Prostitution gezwungen und getötet haben. Verurteilt wurden sie wegen Tötung in besonders schwerem Fall und Menschenschmuggel.

In Ciudad Juarez verschwanden seit 1993 mehr als 100 Frauen unter erschreckend ähnlichen Umständen. Opferprofile und Tötungsmethoden stimmten weitgehend überein. Viele Verbrechen blieben allerdings ungeklärt. Ende 2004 oder Anfang 2005 schien die Serie zu enden.

Der nun abgeurteilte Fall begann 2012 mit dem Fund von Skeletten im Juarez-Tal östlich der Stadt. Die Überreste der Leichen waren bereits so verwest, dass die Behörden ursprünglich von zwölf Leichen ausgingen.

Ermittler fanden heraus, dass die überwiegend jungen Frauen 2009 und 2010 verschwunden waren. Mehrere von ihnen hatten sich um Jobs in Geschäften beworben, wurden dann aber offenbar gezwungen, in einem Hotel in Ciudad Juarez als Prostituierte zu arbeiten.

(ap)
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