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Paris-Attentate
Familie von getöteter Abaaoud-Cousine stellt Anzeige wegen Mordes

Einsatz gilt Abdelhamid Abaaoud
Einsatz gilt Abdelhamid Abaaoud FOTO: ap, FA
Paris . Nach dem Tod der Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der islamistischen Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, bei einem Polizeieinsatz hat ihre Familie Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordes und Terrorismus erstattet.

Die Mutter, die Schwester und der Bruder von Hasna Aïtboulahcen stellten die Anzeige bereits am Mittwoch vergangener Woche beim Pariser Anti-Terror-Richter Christophe Teissier, wie aus dem Dokument hervorgeht, das die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

"Ich betrachte Hasna Aïtboulahcen als ein Opfer", sagte der Anwalt der Familie, Fabien Ndoumou. Schließlich habe sie "unter dem Druck ihres Cousins" gestanden, der "seine Angehörigen und die Angehörigen seiner Freunde bedroht" habe.

Fünf Tage nach den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Todesopfern war Aïtboulahcen bei einem Polizeieinsatz in einer Wohnung in Saint-Denis nördlich von Paris ebenso wie Abaaoud getötet worden. Die Ermittler waren zunächst von einer Selbstmordattentäterin ausgegangen. Später stellte sich jedoch heraus, dass Aïtboulahcens Leiche in den Wohnungstrümmern nahezu unversehrt war, wie aus Polizeikreisen verlautete.

Während des Polizeieinsatzes hatte ein Polizist Aïtboulahcen gefragt: "Wo ist er, Dein Freund?" Eine Frauenstimme antwortete zwei Mal: "Er ist nicht mein Freund!" und bat einige Sekunden später drei Mal: "Lassen Sie mich bitte gehen!"

Ndoumou kritisierte, dass Aïtboulahcen zu Tode gekommen sei, obwohl sie laut und deutlich gefordert habe, sie gehen zu lassen, und damit den Mut bewiesen habe, "sich in ihrer Anwesenheit gegen die Terroristen zu wenden". Der Anwalt forderte überdies die Erlaubnis, Aïtboulahcens Leiche zu bestatten, die immer noch im rechtsmedizinischen Institut von Paris liege. "Das widerspricht den muslimischen Riten", kritisierte Ndoumou.

Die Mütter von Abaaoud und Aïtboulahcen sind Schwestern. Aïtboulahcen spielte eine wichtige Rolle bei Abaaouds Flucht. Sie hatte ihn aus Aubervilliers in der Nähe von Saint-Denis abgeholt. Aïtboulahcen hatte außerdem die Wohnung gefunden und bezahlt, in der sich Abaaoud und der Belgo-Marokkaner Chakib Akrouh versteckten. Akrouh zündete während des Polizeieinsatzes einen Sprengstoffgürtel.

Bei den Anschlägen in der französischen Hauptstadt hatten mehrere Attentäter am 13. November eine Reihe von Pariser Bars und Restaurants, den Konzertsaal Bataclan sowie die Fußballarena Stade de France attackiert. Allein im Bataclan wurden 90 Menschen getötet, insgesamt gab es 130 Todesopfer.

(felt/AFP)
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