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Nördliches Breitmaulnashorn
Das letzte Männchen seiner Art ist tot

Nördliches Breitmaulnashorn gestorben: Weltweite Trauer um "Sudan"
Das männliche Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia (Archivbild vom 03.05.2017). FOTO: dpa, BC pat
Nairobi. "Sudan" ist gestorben - das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt. Damit leben weltweit nur noch zwei Weibchen dieser Art. Die letzten Hoffnungen von Tierschützern ruhen nun auf der künstlichen Befruchtung.

Der 45 Jahre alte Bulle sei wegen altersbedingter Gesundheitsprobleme eingeschläfert worden, teilte das Wildtier-Reservat Ol Pejeta in Kenia am Dienstag mit. Sudan litt wegen seines hohen Alters unter Muskel-, Knochen- und Hauptproblemen, wie das Wildtier-Reservat Ol Pejeta mitteilte, in dem das Nashorn aus Sorge vor Wilderern von bewaffneten Wächtern beschützt wurde. "Sein Zustand hatte sich in den vergangenen 24 Stunden deutlich verschlechtert. Er konnte nicht mehr aufstehen und litt sehr stark." Die Tierärzte hätten sich deswegen dazu entschlossen, Sudan einzuschläfern.

Die Population der Nördlichen Breitmaulnashörner in afrikanischen Staaten wie Uganda, dem Sudan und dem Tschad war in den 1970er und 1980er Jahren durch Wilderei massiv zurückgegangen. Nashörner aller Arten werden wegen ihrer Hörner gejagt, die in der traditionellen chinesischen Medizin zum Einsatz kommen und unter anderem als Potenzmittel verwendet werden.

Eine letzte Population der Nördlichen Breitmaulnashörner in der Demokratischen Republik Kongo, rund 20 bis 30 Tiere, wurde in den 1990er und 2000er Jahren getötet. 2008 galt das Nördliche Breitmaulnashorn in freier Wildbahn als ausgestorben.

Keine Paarungen in freier Wildbahn

Aus einem Zoo im tschechischen Dvur Kralove wurden deswegen die Nashorn-Männchen Sudan und Suni sowie zwei Weibchen nach Kenia gebracht. Die Erwartung war, dass sie sich in einer natürlich Umgebung fortpflanzen würden - die Hoffnungen wurden aber nicht erfüllt. Auch Versuche, die Nashorn-Weibchen mit einem Südlichen Breitmaulnashorn zu paaren, um wenigstens einen Teil der Gene zu bewahren, schlugen fehl.

Suni starb 2014. "Sudan war das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, das in freier Wildbahn geboren wurde", sagte nun Jan Stejskal vom Zoo in Dvur Kralove. "Sein Tod ist ein grausames Symbol für die menschliche Missachtung der Natur." Die tschechische Nachrichtenagentur CTK zitierte einen früheren Pfleger des Nashorns mit den Worten, Sudan sei "ein außergewöhnliches Tier, unglaublich lieb" und nie aggressiv gewesen.

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Stejskal sagte am Dienstag, dank neuer Technologien bei der künstlichen Befruchtung gebe es Hoffnung auf einen Erhalt der Nördlichen Breitmaulnashörner. So wurde DNA-Material von Sudan aufbewahrt. "Es mag unglaublich klingen, aber dank neuer Technologien könnte sogar Sudan noch einen Nachfahren bekommen."

(oko/AFP)
 
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