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Afghanistan
Schießerei bei Hochzeitsfeier: Mindestens 20 Tote

Schießerei bei Hochzeitsfeier in Afghanistan: Mindestens 20 Tote
Bei einer Schießerei auf einer Hochzeit im Norden Afghanistans sind 20 Männer getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt, darunter auch mehrere Jugendliche. FOTO: ap
Kundus. Ein Streit während einer Hochzeitsfeier im Norden Afghanistans ist tödlich eskaliert: Bei einer Schießerei wurden mindestens 20 Männer getötet und zehn weitere verletzt.

Das sagte ein Polizeisprecher der Provinz Baghlan am Montag. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend bei einem Fest im Bezirk Deh Salah. Der Schießerei seien gegenseitige Beschimpfungen vorausgegangen, sagte Bezirkspolizeichef Gulistan Kusani der Nachrichtenagentur AFP.

Anfangs hätten mehrere bewaffnete Männer miteinander gestritten, sagte Kusani, der sogar von 21 Toten sprach. Als dann ein örtlicher Sicherheitsmann in die Luft geschossen habe, sei der Streit eskaliert. Schließlich hätten beide Seiten zu den Waffen gegriffen. Bei den Opfern handele es sich um männliche Hochzeitsgäste im Alter zwischen 14 und 60 Jahren.

Taliban verüben immer wieder Anschläge bei Hochzeitsfeiern

Der Gouverneur von Baghlan, Sultan Mohammed Ebadi, schickte eine Delegation, die am Tatort ermitteln und Racheakte von Angehörigen der Opfer verhindern sollte. Die Region ist mehrheitlich tadschikisch geprägt und vom Taliban-Aufstand und den Unruhen in vielen anderen Landesteilen bislang weitgehend verschont geblieben.

In dem seit vier Jahrzehnten von Krieg und Gewalt heimgesuchten Land am Hindukusch kommt es bei großen Hochzeitsfeiern immer wieder zu Gewalttätigkeiten und häufig auch zu tödlichen Anschlägen, die meist den radikalislamischen Taliban zugeschrieben werden.

Erst im Dezember war eine Hochzeitsgesellschaft in der Südprovinz Helmand von der afghanischen Armee versehentlich mit Granaten beschossen worden. Laut Augenzeugen hatten Gäste Freudenschüsse in die Luft abgefeuert, als die Braut zum Haus des Bräutigams geführt wurde. Die Schüsse seien offenbar von den Truppen missverstanden worden. 17 Frauen und Kinder starben.

(AFP)
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