| 15.21 Uhr

Missbrauchsvorwürfe
Auch Whoopi Goldberg rückt von Bill Cosby ab

Whoopi Goldberg nimmt Abstand vom skandalumwitterten Bill Cosby
Whoopi Goldberg hatte lange zu Cosby gehalten. FOTO: ap
New York. Lange galt Whoopie Goldberg als die wohl vehementeste Fürsprecherin des skandalumwitterten Bill Cosby – doch nun nimmt auch auch sie von dem US-Komiker Abstand.

"Alle verfügbaren Informationen deuten irgendwie auf (Cosbys) Schuld hin", sagte der Hollywoodstar am Dienstag in der Talkshow "The View." Noch in der vergangenen Woche war Goldberg ihrem Freund beigesprungen, als Gerichtsakten enthüllt wurden, die die Kontroverse um den Entertainer neu entfachten.

Danach gab Cosby 2005 unter Eid zu, Beruhigungspillen erworben zu haben, um sie Frauen zu verabreichen, mit denen er Sex haben wollte. Viele Frauen, die dem Komiker seit Jahren sexuellen Missbrauch vorwerfen, fühlen sich nun bestätigt.

Fotos: Bill Cosby – Football-Stipendiat und Sitcom-Größe FOTO: dpa

Kurz nach der Enthüllung pochte Goldberg noch auf das Prinzip der Unschuldsvermutung, das auch für Cosby gelte. "Lasst mich in Ruhe", schleuderte die Schauspielerin später Kritikern entgegen, die sie wegen ihres Eintretens für den 78-Jährigen in den sozialen Medien angegriffen und bedroht hatten.

Goldbergs Sinneswandel bewirkte der Rechtsexperte Daniel Abrams, der sich am Dienstag in der Sendung "The View" zu dem Fall äußerte. Durch die in vielen US-Staaten geltenden Verjährungsfristen sei es den Anklägerinnen kaum möglich, Cosby vor Gericht zu bringen, sagte er. Letztlich bleibe vielen dieser Frauen daher nur, sich an die Medien zu wenden und so die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Goldberg zeigte sich bestürzt. Der Umstand, dass die Verjährung viele Betroffene davon abhalte, vor Gericht zu ziehen, sei "ein Schock für mich", erklärte sie. "Ich kann nicht länger sagen: 'Unschuldig, bis die Schuld nachgewiesen ist', kann das nicht mehr sagen, und zwar weil es sich nicht beweisen lässt." Die Zuschauer rief Goldberg zudem dazu auf, sich bei ihren Volksvertretern über Verjährungsfristen bei Sexualverbrechen zu informieren. Das Management von Cosby äußerte sich zunächst nicht dazu.

(ap)
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