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Integrationsplan vom Aktionsrat Bildung 
Lehrer sollen auf schwierige Wörter verzichten

Aktionsrat Bildung: Lehrer sollen auf schwierige Wörter verzichten
Im Unterricht zählt zunächst die Sprachkompetenz. FOTO: dpa
München. Bildung und Sprache sind entscheidend für das Gelingen oder Scheitern von Integration. Der Aktionsrat Bildung empfiehlt daher laut einem Medienbericht dringend, jungen Migranten das Lernen der deutschen Sprache in der Schule zu erleichtern. Etwa durch eine einfachere Wortwahl im Unterricht.

Der Aktionsrat wird seine Empfehlungen am Dienstag öffentlich vorstellen. Vorab wurden einige Passagen seines sogenannten Integrationsplans bekannt. Laut Welt.de fordern die Bildungsexperten einen Masterplan für Integration.  

Diese bewerten sie als epochale Schicksalsfrage für die Zukunft Deutschlands: "Es darf keine Illusion darüber bestehen, dass die Integration durch Bildung eine der mit Abstand wichtigsten Bildungsmaßnahmen in der Geschichte der Bundesrepublik sein wird", zitiert "Welt" aus dem Gutachten der Wissenschaftler. 

Weniger Theorie

Um dieser Aufgabe Herr zu werden, halten die Experten Änderungen im Schulunterricht für nötig. Außerdem wollen sie Ausbildungsstandards für Flüchtlinge vereinfachen. Laut dpa plädiert das Jahresgutachten für "theorieentlastete zweijährige Ausbildungsberufe" und Teilqualifizierungen, um jungen Flüchtlingen den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Darüber hinaus fordern die Wissenschaftler eine Berufsschulpflicht vom 16. bis zum 21. Lebensjahr.

Das wäre nach Einschätzung der Bildungsforscher vor allem wichtig, weil über die Hälfte der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge unter 25 Jahre alt ist, ein Viertel sogar unter 16. Flüchtlingskinder sollten nach Meinung der Wissenschaftler möglichst früh am regulären deutschsprachigen Schulunterricht teilnehmen. Schüler nichtdeutscher Herkunft hätten "in allen Teilbereichen erhebliche Rückstände gegenüber Jugendlichen ohne Migrationshintergrund", heißt es.

Weniger Fachwörter

Der Aktionsrat hält daher laut "Welt" auch Änderungen im Unterricht für notwendig. Wünschenswert sind demnach Maßnahmen, die die Kinder zum aktiven Gebrauch der deutschen Sprache anregen wie zum Beispiel Gruppenarbeiten. Zudem sollten Lehrer in den Naturwissenschaften weniger Fachwörter nutzen. Das soll den Kindern, die in der deutschen Sprache nicht sicher sind, ermöglichen, dem Unterricht besser zu folgen. 

Zudem sollten Migranten-Schüler nach Möglichkeit in Ganztagsschulen unterrichtet werden. Auch eine Kindergartenpflicht wird vorgeschlagen. Alles ordnet sich dem Prinzip unter: Je mehr Kontakt mit der deutschen Sprache desto besser - für Bildung, Ausbildung und Integration.

(pst/dpa)
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