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Wetter in NRW
Am Samstagmittag drohen Unwetter

Blitze, Hagel, Hochwasser: Spektakuläre Sturmjäger-Bilder
Blitze, Hagel, Hochwasser: Spektakuläre Sturmjäger-Bilder FOTO: Daniel Braun
Düsseldorf. Bereits ab Freitagabend kam es in NRW zu starken Regenfällen. Für den Samstag warnen Meteorologen vor heftigen Gewittern und noch stärkeren Regenfällen. Auch Sturmböen sind möglich. In Düsseldorf und Neuss wurden bereits Veranstaltungen abgesagt. 

Die Experten von Meteogroup in Essen warnen vor heftigem Unwetter mit Sturmböen und starken Regenfällen. Tief "Zeljko", das am Freitag als gewöhnliches Tiefdruckgebiet vor der Bretagne lag, werde sich zum Sturmtief entwickeln, sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Samstag werde "Zeljkos" Sturmfeld von Westen auf Deutschland treffen. 

Die Meteorologen erwarten Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde, vereinzelt auch schwere Sturmböen von über 90 Kilometern pro Stunde. Überraschungen seien nicht ausgeschlossen: Es sei möglich, dass sich sogenannte "Stacheljets" bilden. Dabei wird in einem eng begrenzten Gebiet Luft aus großer Höhe in der Form eines Stachels nach unten gesaugt. In diesem Fall können Böen um 105 Kilometer pro Stunde auftreten.

Lebenswichtig: Wie verhalte ich mich bei einem Unwetter? FOTO: AP

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann es bis Samstagmittag zu Regenfällen um 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Außerdem sind schwere Sturmböen zu erwarten, vereinzelt auch orkanartige Böen. Durch die volle Belaubung der Bäume können die Böen auch unterhalb der Unwetterschwelle zu großen Schäden führen, warnt der DWD. 

Samstagabend schwächt sich die turbulente Lage ab. Tagsüber bleibt es mit Temperaturen um 20 Grad mild. Am Sonntag scheint auch zwischendurch wieder die Sonne bei Höchstwerten um 22 Grad.

13 Fakten zum Blitzeinschlag FOTO: NOAA, AFP

"Solche Wetterlagen sind häufig im Herbst und im Winter anzutreffen, im Hochsommer sind sie eine absolute Rarität. Und genau das macht sie so gefährlich, denn die Bäume sind voll belaubt und bieten dem Wind eine große Angriffsfläche", so der Wetterexperte Friedrich Föst von Meteogroup. "Zudem finden derzeit und insbesondere am Wochenende viele Openair-Veranstaltungen wie Festivals, Zeltlager und Sommerfeste statt."  Von Starkregen, Gewitter und stürmischen Wind bis in den Orkanbereich (105 Stundenkilometer) wäre unter anderem das "Juicy Beats" in Dortmund oder das "Eier mit Speck" in Viersen in Gefahr. Das Barockfestival in Düsseldorf-Benrath wurde bereits wegen des Unwetters am Samstag abgesagt. Am Sonntag soll es ganz normal stattfinden. Ähnliches gilt für das Musik- und Holi-Festival "Farbgefühle" in Neuss, das vom Samstag auf den Sonntag verschoben wurde.

Die "Hundstage" vom 23. Juli bis zum 23. August gelten nach der Überlieferung eigentlich als heißeste Zeit des Sommers. Der Name ist vom Erscheinen des "Hundssterns" Sirius am Morgenhimmel hergeleitet. Dass der hellste Stern im Sternbild Großer Hund im Morgengrauen aufgeht, brachten die alten Griechen mit der sommerlichen Hitze in Verbindung.

Das Blitzinformationssystem "BLIDS" FOTO: AFP

Am Donnerstag hatte die Kaltfront von Tief "Yakari" die Temperaturen auf normale sommerliche Werte zwischen 20 und 28 Grad purzeln lassen. Am Freitag treibt Hoch "Eva" die Werte im Südwesten noch einmal auf schwüle 33 Grad mit abendlichen Gewittern, in der Nordhälfte ist es angenehm bei 21 bis 26 Grad. Der Sonntag und auch der Montag werden durchwachsen bei 21 bis 27 Grad.

Gewitter sind im Sommer an sich nichts Ungewöhnliches. Rund 400.000 Blitze treffen Deutschland nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) zwischen Mai und August. Dabei ist der Süden mehr betroffen als der Norden. 

(RPO)
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