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Weimar
Drei Teenager brennen historische Viehauktionshalle nieder

Weimar: Historische Viehauktionshalle niedergebrannt
Weimar: Historische Viehauktionshalle niedergebrannt FOTO: dpa, cw vfd
Weimar . Die Polizei hat wenige Stunden nach einem Brand in der Viehauktionshalle in Weimar drei Tatverdächtige festgenommen. Das historische Bauwerk war in der Nacht zum 22. April fast komplett niedergebrannt. Das Motiv der geständigen jungen Männer ist noch unklar.

Die Beschuldigten im Alter von 15, 18 und 20 Jahren hätten nach bisherigen Erkenntnissen Brandbeschleuniger benutzt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Für einen politischen Hintergrund gebe es keinen Anhaltspunkt. 

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung habe zunächst der 20-Jährige festgenommen werden können, hieß es. Auf seinem Handy seien Aufnahmen gefunden worden, aus denen sich ergebe, dass die drei in der Tatnacht die Viehauktionshalle betraten. Zu ihrem Motiv gebe es "noch keine gesicherten Erkenntnisse". Die Beschuldigten aus Weimar und dem Landkreis Sömmerda wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Haftbefehl werde nicht beantragt. Die "Thüringische Landeszeitung" revidierte frühere Angaben, wonach die Verdächtigen öffentlich mit der Tat geprahlt hätten.

Das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkbau war während der Nazi-Diktatur als zentrale Sammelstelle für die Deportation der Thüringer Juden in die Vernichtungslager missbraucht worden. In der Gegenwart wurde der Fachwerkbau für Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen sowie Ausstellungen genutzt.

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius sprach sich dafür aus, an der Stelle des niedergebrannten Gebäudes dauerhaft an das dort geschehene Unrecht und das erlittene Leid zu erinnern.

(dpa)
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