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Dormagen
Experten: 14-Jähriger muss Fahrkenntnisse gehabt haben

Dormagen. Dass ein Jugendlicher einen 18 Meter langen Gelenkbus ohne Vorkenntnisse steuern kann, halten Experten für beinahe unmöglich. "Man müsste dazu schon ein sehr großes Naturtalent sein", sagt Ausbilder Erik Dürbaum von der Ring-Fahrschule in Erkelenz. Wahrscheinlicher sei, dass vorher, etwa auf einem Betriebsgelände, geübt worden sei. Besonders schwierig sei es, den Bus um Kurven und Kreisverkehre zu lenken. "Man muss ein Gefühl dafür bekommen, wie sich das Fahrzeug verhält."

Ein 14-Jähriger hatte sich am Steuer eines Gelenkbusses eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Er war mit dem Fahrzeug über die A 57 gefahren, bis ein Autofahrer den jungen Fahrer bemerkte und die Polizei alarmierte. Ein Streifenwagen folgte dem Bus, die Fahrt endete jedoch erst nach rund 30 Kilometern in Frechen. Laut einem Sprecher der Polizei in Köln wäre es zu gefährlich gewesen, den Bus vorher zu stoppen - obwohl dieser nach Angaben des Unternehmens auf 80 km/h gedrosselt ist. Die Lage sei nur schwer einzuschätzen gewesen, "deshalb haben wir uns dazu entschieden, die nachfolgenden Autofahrer abzuschirmen", so der Sprecher. Hätte man den Jungen stärker bedrängt, hätte auch das zu einem Unfall führen können. "Es ging darum, keine weiteren Gefahren zu schaffen", sagte der Sprecher.

Inzwischen seien zwar alle Gelenkbusse Automatikfahrzeuge, berichtet Kai-Uwe Harth, Inhaber des Unternehmens, dem der "entführte" Bus gehört. Dennoch sei es nicht damit getan, "den Schlüssel ins Zündschloss zu stecken und rumzudrehen", sagt Harth. Die Feststellbremse, die nicht sofort zu sehen sei, müsse gelöst werden, außerdem die Pedale getreten werden, während bestimmte Knöpfe gedrückt werden. "Wie er das Fahrzeug in Gang bekommen hat, ist mir ein Rätsel." Es sei ein großes Glück, dass die Fahrt unfallfrei verlief.

(leb)
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