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München
Michael Ande verlässt den "Alten"

München. Heute ist er zum letzten Mal als Dauerassistent Gerd Heymann zu sehen. Eine Ära endet. Von Britta Schultejans

Fast vier Jahrzehnte lang war er so etwas wie der "Harry" des "Alten", der ewige Zweite - doch jetzt ist Schluss damit. Michael Ande (71), bekannt als Kriminalkommissar Gerd Heymann in der ZDF-Krimiserie "Der Alte", hört auf. Sein Markenzeichen: ein liebenswert zerknautschtes Gesicht und ein etwas trauriger Blick.

Für die Serie ist es ein heftiger Einschnitt, schließlich war Ande von Anfang an dabei. Am 11. April 1977 trat er seinen Dienst in der Münchner Mordkommission II an -damals noch jugendlich gelockt. Heute ist er ergraut, hat es zum dienstältesten Fernsehermittler im deutschen Krimi-Kosmos geschafft und war zuletzt sogar fast 20 Jahre älter als der aktuelle "Alte", Jan-Gregor Kremp (53) als Hauptkommissar Richard Voss. Selbst die Nummer eins sein zu wollen, sei ihm nie in den Sinn gekommen, erklärte Ande kürzlich. Er habe auch so gelernt, was es bedeutet, ein guter TV-Kommissar zu sein: "Er sollte so sein, wie man sich auch einen echten Kommissar wünscht: gut zuhören können, Einfühlungsvermögen besitzen." Interviews zu seinem Abschied will Ande nicht geben, die Antworten auf per Mail gestellte Fragen sind mehr als knapp. "Warum hören Sie auf? - sowohl Gerd Heymann als auch ich gehen in Ruhestand." Punkt. Ähnlich unspektakulär fällt dann auch der Abschied in der Serie aus. Ganz zum Schluss geht Heymann einfach so aus dem Büro, verschmäht den Sekt, den die Kollegen extra geholt haben. Zum Schluss blickt er aber doch noch einmal zum Fenster hinauf. Und der "Alte" sagt: "Servus, Gerd."

In der Realität muss es allerdings anders abgelaufen sein. "Schon zur Probe für dein Abschiedsständchen flossen reichlich Tränen", schreibt Schauspieler Kremp auf der Internetseite der Serie in einem offenen Brief an Ande. "Du hast wirklich nichts ausgelassen, um mir den Abschied schwer zu machen. Das einzige, was etwas hilft, ist, dass ich dir dein neues Leben von Herzen gönne!" Ande will sich nun mehr Zeit nehmen für Familie und Freunde. "Und ich kann meinen Hobbys nachgehen: Fotografieren, an meinem ollen Cabrio schrauben und mein Italienisch verbessern."

"Der Alte", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)
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