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"Tatort" aus Franken
"Mann, Frau, Katastrophe!"

Bilder aus dem "Tatort: Das Recht, sich zu sorgen"
Bilder aus dem "Tatort: Das Recht, sich zu sorgen" FOTO: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hagen Keller
Düsseldorf. Wer den zweiten Franken-"Tatort" gesehen hat, kann mit medizinischem Vokabular prahlen. Denn mit Fachbegriffen rund um den menschlichen Körper wurde in dem Fall "Das Recht, sich zu sorgen" verbal nur so um sich geworfen. Die Folge spielte zu weiten Teilen im Anatomischen Institut der Universität Würzburg. Von Leslie Brook

Was hat man gelernt: Neben den Namen für verschiedene Fingerknochen, die man als Nicht-Mediziner wahrscheinlich schon zwei Sekunden nachdem man sie gehört hat, wieder vergisst, blieb vor allem das Wort Mazerationsanlage im Gedächtnis.

In dem vollautomatischen Riesenwaschtrog werden die Knochen von Fett, Fleisch und Muskeln befreit. Bei Temperaturen um 40 Grad verschwinden nach mehreren Stunden auch kleinste Überreste. Dazu werden Enzyme oder Fäulnisbakterien eingesetzt. Anschließend müssen in einer speziellen Entfettungsanlage mit Hilfe von Dichlormethan die Knochenfette entfernt werden, denn die Fettsäuren würden die Struktur der Knochen zerstören. Abgeschlossen wird die Konservierung mit einer Wasserstoffperoxid-Bleichung. Nur so bleiben die Knochen ansehnlich und für nachfolgende Generationen gut erhalten. Diese Technik wird auch von Tierpräparatoren eingesetzt, etwa wenn ein Wal-Skelett für ein Museum aufgearbeitet wird.      

Satz zum Mitreden: "I find des ned ganz unindressand!"

Die sollte man sich merken: Barbara Prakopenka als Steffi Schwinn, die Tochter der ermordeten Wirtin.

Die besten Sprüche/Dialoge: "Es ist nicht nur das Schönste im Körper eines Menschen, sondern auch das Furchtbarste."

"Mann, Frau, Katastrophe!"

Was das Team sympathisch macht: Der trockene Humor und dass es weniger um die persönlichen Belange der Kommissare geht und mehr um die Handlung.

Dialekt im "Tatort": Wie auch schon im ersten Fall spielten viele gebürtige Franken im "Tatort" eine (Neben-)Rolle, darunter auch Eli Wasserscheid (als Wanda Goldwasser). Am stärksten "fränkelt" Matthias Egersdörfer (Rolle: Michael Schatz): Er wurde in Nürnberg geboren und ist in Lauf an der Pegnitz aufgewachsen. Heute lebt der Kabarettist in Fürth.

Wie wird die Region gezeigt: Beim ersten Fall stand Erlangen im Mittelpunkt (auch wenn Szenen davon in Nürnberg gespielt haben), jetzt war der Fall vorrangig in Würzburg angesiedelt. In beiden Fällen jedoch spielten die Universitäten eine zentrale Rolle. Zudem wurde der Reichswald auffällig oft ins Bild gerückt, während es beim ersten Mal vor allem die Landstraßen waren. Beinahe nostalgisch sagte Hinrichs: "Je schöner die Landschaft, desto niedriger die Rate an Tötungsdelikten: Wenn das so wäre, dann lebten die Franken an einem Ort des Friedens und der Idylle."

(RPO)
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