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Interview mit Andy Borg
"Zum Abschied singe ich 'Adios Amor'"

Andy Borg – Schlager-Sänger und Musikantenstadl-Moderator
Andy Borg – Schlager-Sänger und Musikantenstadl-Moderator FOTO: dpa, bsc
Pula . Der 54-Jährige moderiert heute den "Musikantenstadl" zum letzten Mal - weil er nicht groß, schlank und jung sei, sagt er. Von Leslie Brook

Neun Jahre ist es her, dass Andy Borg auf Karl Moik als Moderator beim "Musikantenstadl" folgte. Nun erfährt Borg, wie es sich anfühlt, abgelöst zu werden. Heute moderiert der 54-Jährige in der kroatischen Stadt Pula die Show (ARD, 20.15 Uhr) zum letzten Mal.

Empfinden Sie noch Groll gegenüber den Senderverantwortlichen?

Andy Borg Natürlich begleitet mich eine Wehmut. Der erste Ärger ist verraucht. Ich habe jede einzelne Show mit ganzem Herzen gemacht. Meine "Stadl"-Zeit endet nach neun Jahren, sie war fantastisch. Es freut mich, dass wir bei meinem letzten Auftritt eine so spezielle Kulisse und tolle Gäste haben. Die Arena in Pula ist nur einen Steinwurf vom Meer entfernt. Vom ersten Moment der Sendung an sieht man die 2000 Jahre alte Arena, dazu noch Open Air. Es werden sicher schöne Bilder.

Werden Borg beerben: Francine Jordi (37) und Alexander Mazza (42). FOTO: dpa, bod kde

Angeblich sind Sie zu alt . . .

Borg Das können die doch nicht wirklich ernst gemeint haben (lacht). Ich habe daraufhin natürlich ein wenig Schmäh geführt, so wie man es von mir kennt. Wirklich alt aussehen würde ich, wenn ich mir das zu Herzen nehmen und deswegen in Rente gehen würde. Aber dazu habe ich noch zu viel vor.

Können Sie die Verjüngungskur nachvollziehen?

Borg Ich finde, der "Stadl" und ich, der dickliche Wiener Sänger Andy Borg mit der guten Laune - das war eine Symbiose. Bei aller Bescheidenheit: Ich habe meinen Job gut und professionell gemacht. Das Publikum war mir treu, wenn auch auf anderem Niveau als in früheren Jahren bei Karl Moik. Die Sendung hat sich mit der Zeit auch verändert, sonst wären doch Weltstars wie J.R. Ewing oder David Hasselhoff, eine Helene Fischer oder Beatrice Egli nie gekommen, sonst hätte Andreas Gabalier seine Karriere nicht bei uns im "Stadl" starten können.

Wie wird sich die Sendung verändern?

Borg Der Unterhaltungschef hatte mir mitgeteilt, dass die Sendung verjüngt gehört und alles moderner gemacht werden muss. Groß und schlank und jung soll es werden. Und ich bin ziemlich genau das Gegenteil (lacht). In Pula nehme ich Abschied von einer über 34 Jahre beliebten Show und einem Team, das mir ans Herz gewachsen ist. Daher habe ich mich auch an dieser Stelle ausgeklinkt. Aber weder sie noch ich wissen, ob die Verantwortlichen nicht vielleicht doch Recht haben und jüngere Menschen den "Stadl 2.0" anschauen werden und das Update gut läuft.

Momente aus dem Leben des Karl Moik FOTO: dpa, udu vfd soe

Ist der Schlager Ihrer Ansicht nach im Fernsehen Geschichte?

Borg Es kommt immer wieder was Neues. Und auch den Schlager wird's weiterhin geben. Der MDR ist da zum Beispiel mit seiner Programmgestaltung im Unterhaltungsbereich sehr engagiert und hat kreative Köpfe am Start.

Welcher Schlagersänger hat für Sie das größte Potenzial?

Borg Da gibt es einige. Helene Fischer und Andreas Gabalier machen es vor, wie man ganze Arenen füllt.

Was werden Sie nach dem Abschied machen?

Borg Ich lasse erst einmal den Wiener in mir durchkommen - und der ist gemütlich. Der "Stadl" ist zwar Vergangenheit, aber ich bleibe Sänger und Moderator. Ich freue mich auf die Zukunft und bin glücklich, dass mir mein großartiges Publikum die Treue hält. Bis zum Jahresende habe ich Auftritte in acht Ländern.

Gibt es für Sie andere Fernseh-Projekte?

Borg Jetzt freue ich mich erstmal auf meinen ersten Open-Air- "Stadl". Wenn er zugleich leider auch mein letzter sein wird. Aber sag' niemals nie! Ich schaue mir das mal an, dann werden wir sehen, was danach passiert.

Wie wollen Sie sich von Ihrem Publikum verabschieden?

Borg Ich habe ein Abschiedsalbum aufgenommen, "33 Jahre Adios Amor", mit Titeln, die mir speziell in den letzten Jahren persönlich viel bedeutet haben. "Adios Amor" passt wie dafür geschrieben zu meiner jetzigen Lebenssituation. Das singe ich am Ende statt der "Stadl"-Zeit - danach kommt nur noch die Eurovisionsfanfare.

Quelle: RP
 
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