| 09.12 Uhr

Anschuldigungen von Passagieren
Flixbus wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Haßloch/Berlin. Das Fernbusunternehmen weist Anschuldigungen von Passagieren zurück, ein Fahrer sei nach einer Pause vor der geplanten Weiterfahrt ohne eine dunkelhäutige Frau und ihr Kind losgefahren.

Mitreisende hatten behauptet, der Mann sei zu früh abgefahren und habe sich bei einem Fahrerwechsel rassistisch geäußert. Das Unternehmen bestätigt, dass zwei Personen die Fahrt ab Haßloch nicht fortgesetzt haben. Es widerspricht jedoch der Darstellung der Mitreisenden. "Grundsätzlich ist es für uns irrelevant, welchen Glauben, welche Nationalität und Rasse unsere Fahrgäste haben", sagt Sprecher Gregor Hintz. "Ein Stehenbleiber ist in jedem Falle unschön für uns." Leider seien in vielen Fällen die Fahrgäste dafür verantwortlich.

Die Pause habe laut digitaler Aufzeichnung 30 Minuten gedauert. "Der Fahrer hat also die angekündigte Pausenzeit korrekt eingehalten und ist nicht zu früh abgefahren", sagt Hintz. "Fahrgäste, die nach einer Pause zu spät kommen und dann stehen bleiben, gibt es leider immer wieder einmal." Fahrpläne müssten eingehalten werden. Man versuche, eine Stellungnahme des Busfahrers zu bekommen, um den Sachverhalt zu klären. Er und seine Kollegen sind bei einem Partnerunternehmen angestellt. Bislang liegen Flixbus allerdings keine Belege für die angeblich rassistischen Äußerungen vor. Man bemühe sich aber sehr um Aufklärung, betonte das Fernbusunternehmen.

Die Polizei im pfälzischen Haßloch bestätigte, dass sich am Sonntag eine Frau über den Notruf gemeldet und berichtet hatte, dass sie und vier weitere Passagiere auf einer Fahrt mit einem Flixbus nach einer Rast vergessen worden seien. Ihr Gepäck habe sich noch im Bus befunden. Passagiere hätten auf die fehlenden Fahrgäste hingewiesen, schilderte eine Mitreisende. Wie der Südwestrundfunk berichtet, hat die Polizei nach eigenen Angaben versucht, den Kundenservice des Bus-Unternehmens zu erreichen. Zur Hautfarbe der Passagiere konnte sich die Polizei nicht äußern.

Erst kürzlich war Flixbus in die Kritik geraten. Ein Fahrer war in Mönchengladbach mit dem falschen Bus Richtung Berlin aufgebrochen. Unterwegs kehrte der Bus um; die Fahrgäste stiegen später in einen anderen Bus und kamen mit mehr als sechs Stunden Verspätung am Sonntagabend in Berlin an.

(emy)
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