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Hagen
Hagen ist Deutschlands größte Uni

Hagen. Die größte Hochschule gemessen an der Zahl ihrer Studierenden ist die Fernuni Hagen. Mehr als 80.000 Studierende sind dort immatrikuliert. Doch wie funktioniert das Fernstudium? Und was kann man in Hagen studieren? Von Isabelle de Bortoli

Mehr als 80.000 Studenten - das klingt nach überfüllten Hörsälen, gestressten Professoren und viel Trubel auf dem Campus. Stattdessen: eine Universität im Grünen, ganz ohne Hörsäle und hier und da mal ein Student. Die Fernuniversität Hagen ist eben keine Präsenzuni. Man lernt zu Hause, mit Studienbriefen oder am Computer. Nur für Klausuren muss man das Haus verlassen, selbst Lerngruppen funktionieren online. Für Berufstätige, Mütter, Auszubildende, behinderte Menschen oder diejenigen, die im Ausland leben, ist das Lernen aus der Ferne die ideale Alternative zum Präsenzstudium.

Was kann man in Hagen studieren? Es gibt vier Fakultäten: die Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, für Mathematik und Informatik, für Wirtschaftswissenschaft und die Rechtswissenschaftliche Fakultät. Insgesamt werden neun Bachelor-Studiengänge angeboten, darunter Rechtswissenschaft, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Bildungswissenschaft und Kulturwissenschaften. Für das Fach Psychologie gibt es einen Einschreibestopp. Außerdem gibt es Masterstudiengänge wie Bildung und Medien - eEducation, Governance und Volkswirtschaft.

Was kostet das Studium? Die meisten Bachelor-Studiengänge kosten 1800 Euro bei einer Studiendauer von sechs Semestern in Vollzeit oder zwölf Semestern in Teilzeit. Der Bachelor Rechtswissenschaft kostet mit sieben Vollzeit-Semestern 2400 Euro; die Masterstudiengänge liegen bei 1000 bis 1200 Euro für vier Vollzeit- oder acht Teilzeitsemester.

Wann kann man sich einschreiben? Einer der größten Irrtümer rund um das Fernstudium ist, dass man sich angeblich immer einschreiben kann. Das trifft in Hagen nicht zu. Die Einschreibefristen zum Sommersemester liegen zwischen 1. Dezember und 31. Januar, zum Wintersemester zwischen 1. Juni und 31. Juli. Aber: Alle Studiengänge sind zulassungsfrei und können zum Winter- oder Sommersemester begonnen werden. Einschreiben kann man sich natürlich online.

Wie läuft das Studium ab? An der Fernuniversität gibt es keine Vorlesungen. Die Studieninhalte werden über schriftliche und elektronische Studienmaterialien vermittelt. Das heißt: Für die Kurse, die er belegt hat, bekommt der Student Studienbriefe per Post oder Material über seinen virtuellen Studienplatz auf der Plattform "Moodle". Dort gibt es auch Videos oder Live-Schaltungen mit Professoren - etwa zur Klausurbesprechung. Und sogar Lerngruppen lassen sich dort online gründen. Übrigens hat die Fernuni auch eine Bibliothek: Bücher kann man sich aus Hagen schicken lassen, die Recherche funktioniert online oder auf dem Campus.

Gibt es keinerlei Präsenzveranstaltungen? Nicht zwingend. Wer aber den Kontakt zu Professoren und Kommilitonen nicht nur virtuell sucht, der belegt Präsenzveranstaltungen in einem der Regionalzentren der Fernuni. Die gibt es über ganz Deutschland verteilt. Auch Tutorien kann man dort besuchen - das geht aber eben auch online. Wer zum Start des Studiums Kontakte sucht, kommt zu den "Start it up"-Veranstaltungen in den Regionalzentren.

Wie werden Prüfungen absolviert? Klausuren finden deutschland- und sogar weltweit an Partneruniversitäten statt, mündliche Prüfungen entweder auf dem Campus in Hagen oder als Videoprüfung.

Kann ich in ein Studium hineinschnuppern? Das funktioniert über die Internetseite www.fernuni-hagen.de/studium/index.shtml. Dort haben die verschiedenen Fakultäten Links zu Studieninhalten der Fächer hinterlegt. Beim Bachelor Bildungswissenschaft steht im ersten Modul des ersten Semesters etwa das Thema "Empirische Sozialforschung" an, bei Informatik stehen am Anfang "Mathematische Grundlagen" auf dem Stundenplan.

Worauf muss man sich einstellen? Wer sich für die Fernuniversität Hagen entscheidet, den erwartet das hohe wissenschaftliche Niveau einer staatlichen Universität. 40 Arbeitsstunden für ein Vollzeitstudium (Bachelor: sechs Semester) und 20 Arbeitsstunden für ein Teilzeitstudium (Bachelor: rund zwölf Semester) müssen pro Woche kalkuliert werden. Im Vollzeitstudium werden zwei Module pro Semester belegt, im Teilzeitstudium eines. Ein Modul umfasst 450 Arbeitsstunden.

Quelle: RP
 
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