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Befragung
Mehrere Länder planen gesetzliches Rauchverbot an Schulen

Frankfurt/Main (rpo). In Hessen starten die Schulen bereits rauchfrei ins neue Jahr. Und dieses gute Beispiel macht Schule, weitere Bundesländer wollen den blauen Dunst an ihren Lehranstalten per Gesetz verbieten.

Wie eine AP-Umfrage am Montag ergab, sind die Planungen dafür in Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen bereits weit fortgeschritten. In Hamburg wird ein Rauchverbot voraussichtlich ab dem kommenden Schuljahr gelten.

Die Landesregierung will nach Angaben der Bildungsbehörde am Dienstag das Gesetz beschließen. Die Bürgerschaft wird demnach wahrscheinlich im Frühjahr über das Verbot entscheiden, das für alle Personen auf dem Schulgelände gelten soll.

Auch in Bayern wird an einem Gesetz gearbeitet. "Unser Ziel ist die Einführung zum Schuljahr 2006/2007", sagte Sprecher Thomas Gottfried vom Kultusministerium. Der Landtag soll im Spätherbst über ein Verbot abstimmen, das bereits im November vom Kabinett beschlossen worden war.

Der nordrhein-westfälische Landtag wird voraussichtlich Ende Januar ein neues Schulgesetz verabschieden. Darin steht ein allgemeines Alkohol- und Rauchverbot an Schulen, das zum nächsten Schuljahr in Kraft treten soll. Das Verbot gelte künftig auch für Schulfeste, Elternsprechtage und ähnliche Veranstaltungen, sagte Sprecherin Nina Schmidt. Ausnahmen sind aber weiter möglich. Sie müssen künftig von den aus Lehrern, Eltern und Schülern bestehenden Schulkonferenzen beschlossen werden.

Die Landesregierungen gehen vor allem wegen des hohen Anteils rauchender Jugendlicher verstärkt gegen Tabak an Schulen vor. "In den letzten Jahren haben wir alarmierende Zahlen über das Rauch- und Suchtverhalten von den Jugendlichen an den Schulen bekommen", hieß es im Münchner Kultusministerium. Trotz der Suchtprävention im Unterricht sei nicht nur die Anzahl der rauchenden Schulkinder gestiegen, sondern auch das Einstiegsalter gesunken.

Die Hamburger Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig war im vergangenen Juli durch eine Studie alarmiert worden, wonach das Rauchen eine Art Einstiegsdroge für Cannabiskonsum ist. Demnach hatten bereits 77 Prozent der rauchenden Hamburger Schüler zwischen 15 und 17 Jahren Cannabis-Erfahrungen.

Die Berliner Schulen waren bereits im Sommer per Rundschreiben aufgefordert worden, Raucherecken und Raucherzimmer abzuschaffen. Begründet wurde das Verbot damit, dass das Einstiegsalter von Kindern kontinuierlich gesunken sei und zuletzt 11,6 Jahre betragen habe.

Auch in Schleswig-Holstein wird über ein Rauchverbot an Schulen nachgedacht. Zunächst solle mit den Beteiligten geklärt werden, welche Art und Weise des Verbots die effektivste sei, hieß es im Kultusministerium. Am wichtigsten sei aber die Prävention.

Erstes gesetzliches Verbot in Hessen

In Hessen galt am Montag erstmals in allen Gebäuden und auf allen Grundstücken der 2.000 Schulen des Landes ein gesetzliches Rauchverbot. Damit wurde eine entsprechende Vorschrift im neuen Landesschulgesetz umgesetzt.

"Das Rauchverbot ist sehr positiv aufgenommen worden", sagte die Sprecherin des Kultusministeriums, Tatjana Schruttke. Es habe nur wenige kritische Stimmen gegeben. Beim Rauchen ertappte Lehrer und Schüler müssen vom 1. August 2005 an mit Strafen rechnen.

(ap)
 
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