| 08.05 Uhr

Düsseldorf
7015 Mark für den gelben Pulli

Düsseldorf. Der Wollpullover war Genschers Markenzeichen und begehrtes Objekt unter Parteianhängern. Von Marcel Romahn

Sein politisches Markenzeichen war die Ost- und Entspannungspolitik, sein optisches der berühmte "gelbe Pullover" - gut sichtbar unter dem Sakko, ebenso wie der Krawattenknoten, der aus dem V-Ausschnitt herausragte. Der Pulli in Parteifarbe ließ den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher aus der Menge herausstechen. "Genscher-Gelb" wurde zum Kult unter den Parteianhängern.

Der gelbe Pullover war oft mit dabei, etwa als Genscher im November 1989 die Grenzen zwischen Ost und West für geöffnet erklärte. Abwandlungen gab es seitdem einige. Häufig trug der Ehrenvorsitzende der Liberalen einen blassgelben Pulli, gelegentlich auch einen satten, leuchtenden Farbton. Auch die ärmellose Variante - der Pullunder - war Genscher an wärmeren Tagen eine willkommene Abwechslung. Und der 89-Jährige musste regelmäßig für einen ausreichenden Vorrat sorgen. Bei Verlosungen und Betriebsfesten war der Genscher-Pulli das heiß begehrte Objekt. "Die Leute wollen immer einen im typischen Genscher-Gelb", sagte das FDP-Urgestein vor einigen Jahren der Zeitschrift "Bunte". "Er muss auch schon getragen sein. Also frage ich meine Frau, wenn wieder einer weggeht, ob ich den schon mal anhatte." Genscher schätzte seine Pullis als besonders bequem und praktisch. Im Sommer blieben sie dann aber im Schrank. Für seine Überzeugungen eintreten wolle er immer, dafür schwitzen allerdings nicht.

Dass der langjährige Bundesminister mit seinen Pullovern sogar häufig für gemeinnützige Zwecke eintreten konnte, beweist eine Versteigerung Ende der 90er Jahre. 7015 Mark brachte der Genscher-Pulli damals zugunsten der Deutschen Herzstiftung ein. 2013 wechselte ein weiterer Pullover für 3000 Euro an die Aktion Kinder-Unfallhilfe den Besitzer.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: 7015 Mark für den gelben Pulli


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.