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Kabul
Afghanische Regierung meldet Rückeroberung von Kundus

Kabul. Erst die zur Hilfe geeilten Spezialeinheiten brachten offenbar die Wende: Nach fast viertägigen Kämpfen haben Regierungstruppen gestern das Zentrum von Kundus und weite Teile der Stadt von den Taliban zurückerobert. Allerdings dauerten die Gefechte in den Außenbezirken noch an. Die Taliban sollen sich verschanzt und Straßen vermint haben. Örtliche Behörden sprachen von 50 Toten und über 300 Verletzten unter Zivilisten. Von Christine Möllhoff

Bereits gegen Morgen hatte die Regierung erklärt, man habe die 300.000-Einwohner-Stadt im Norden des Landes wieder unter Kontrolle. "Das ist ein schwerer Schlag für die Taliban", meinte Sediq Sediqqi vom Innenministerium. Die Gebäude von Gouverneur, Polizeichef und Geheimdienst sowie Schlüsselpositionen seien gesichert. Soldaten durchsuchten Häuser, um versteckte Militante aufzuspüren. Auf den Straßen sollen die Leichen von 150 getöteten Taliban liegen. Darunter sollen neben Afghanen auch Pakistaner, Araber und Tschetschenen gewesen sein.

Dennoch bleibt die Einnahme der Provinzhauptstadt ein Propagandasieg für die Militanten. Die Einnahme der Stadt ist auch ein persönlicher Triumph für den neuen Talibanchef Mullah Akhtar Mansoor. Mit dem Angriff auf Kundus hat er seine Autorität gefestigt.

Quelle: RP
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