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Offensive gegen IS
Kurdische Kämpfer erobern Gebiete im Osten Mossuls

Offensive gegen IS: Kurdische Kämpfer erobern Gebiete im Osten von Mossul
FOTO: dpa
Chasir. Zur Befreiung der irakischen Stadt Mossul ist eine Großoffensive gestartet worden. Im Kampf gegen die IS-Miliz haben kurdische Peschmerga am Montag eigenen Angaben zufolge erste militärische Erfolge erzielt.

Bei ihrem Vormarsch auf Mossul vertrieben die kurdischen Kämpfer den "Islamischen Staat" (IS) aus mehreren Dörfern im Osten der Stadt, wie ihr Zentralkommando mitteilte. Demnach beteiligten sich bis zu 4000 Peschmerga an drei Fronten an den Kämpfen in Chasir, um umliegende Dörfer vom IS zu befreien.

Die Kämpfer hätten eine Fläche von rund 200 Quadratkilometern eingenommen, sagte der Präsident der weitgehend autonomen irakischen Kurdenregion, Massud Barsani, am Montag. Dabei hätten sie auch Luftunterstützung des von den USA angeführten Militärbündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat erhalten. Die Gegend ist allerdings nur sehr spärlich besiedelt.

Barsani sprach von einem "Wendepunkt im Krieg gegen den Terrorismus", warnte aber dass eine Vertreibung des IS aus Mossul nicht unbedingt ein Ende der Gewalt im Irak bedeuten werde.

In Mossul droht ein Machtvakuum

Unter wessen Kontrolle das nun eroberte Territorium fallen würde, sagte Barsani nicht. In der Vergangenheit hatten die kurdischen Behörden erklärt, dass alle vom IS eroberten Gebiete Teil der irakischen Kurdenregion werden sollten.

Den Angaben zufolge wurde das Vorgehen der Kurden mit den irakischen Regierungstruppen koordiniert, die von Süden her auf Mossul vorrücken. Unterstützung aus der Luft erhielten sie von Kampfflugzeugen der US-geführten Anti-IS-Koalition, wie ein die Peschmergas begleitender Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Dem kurdischen Zentralkommando zufolge konnten mehrere Ortschaften recht schnell eingenommen werden. Demnach befanden sich die Peschmergas in der Nähe der einst überwiegend von Christen bewohnten Städte Karakosch und Bartalla, deren christliche Bewohner 2014 vom IS vertrieben worden waren. Nach Angaben von zwei kurdischen Parlamentsabgeordneten wurden am Montag mindestens acht kurdische Kämpfer getötet.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte am Morgen im Staatsfernsehen den Beginn der Großoffensive verkündet, mit der die letzte Hochburg der Extremisten im Irak zurückerobert werden soll. Die Stadt am Tigris ist von großer strategischer Bedeutung, vor allem wegen der umliegenden Ölfelder und Raffinerien. Es wird mit wochenlangen Kämpfen gerechnet. Die UNO und Hilfsorganisationen warnten vor einer humanitären Katastrophe.

(felt/ap/AFP)
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