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US-Vorwahlkampf
Trump giftet gegen Scott Walker

Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident
Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident FOTO: afp, so
Oskaloosa . Die Trump-Show im US-Vorwahlkampf geht weiter. Dieses mal hat sich der exzentrische Milliardär Wisconsins Gouverneur Scott Walker als Opfer ausgesucht. Den mag er vor allem deshalb nicht, weil dieser in den Wahlumfragen beliebter ist als er.

Der umstrittene Präsidentschaftsanwärter Donald Trump hat sich auf einen nächsten republikanischen Rivalen eingeschossen. Wisconsins Gouverneur Scott Walker, der wie er die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus anstrebt, habe seinen Bundesstaat in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, sagte der exzentrische 69-Jährige am Samstag vor gut 1000 Zuschauern in einer High-School-Aula im US-Staat Iowa.

Walker dürfte Trump ein Dorn im Auge sein, weil dieser in Iowa derzeit in Meinungsumfragen die besten Werte erhält. Der Milliardär aus New York sagte, Walker verdiene die Attacke, weil einer seiner Unterstützer Trump als "dumm, dumm" bezeichnet habe - was sich im Englischen ("dumb, dumb") passenderweise auf Trumps Nachnamen reimt.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

Walker habe einen Vorteil in dem bei den Vorwahlen wichtigen Iowa, weil er aus einem benachbarten Staat stamme, sagte Trump. "Er ist gleich nebenan aufgewachsen. Ein kleiner Vorteil, richtig?", meinte er bei seiner Rede in der Aula in der Stadt Oskaloosa. "Mit der Ausnahme, dass es Wisconsin schrecklich geht."

Trump hat es zu seinem Wahlkampfstil gemacht, der Reihe nach Mitglieder seiner eigenen Partei anzugehen. Vergangene Woche wütete er gegen den republikanischen Senator von South Carolina, Lindsey Graham, weil dieser ihn als Esel bezeichnet hatte.

Donald Trump und Co. – Promis in der Politik FOTO: ap

Zuvor hatte Trump andere republikanische Kandidaten als untauglich für das Weiße Haus degradiert und sich abfällig über die Kriegsgefangenschaft des Senators John McCain während des Vietnamkriegs geäußert. Während Graham und andere republikanische Kandidaten scharfe Kritik an den Trump-Aussagen über McCain übten, hielt der New Yorker Milliardär während seiner Rede in Oskaloosa einen Stapel Papier in die Höhe, der laut seinen Angaben aus Briefen bestehe, die er von Kriegsveteranen erhalten habe.

Walker hat sich in Wisconsin einen Namen gemacht, in dem er die Einkommens- und Unternehmenssteuern um zwei Milliarden Dollar senkte, das Tragen versteckter Waffen legalisierte, Abtreibungen erschwerte und Wisconsin zu einem Staat erklärte, in dem es ein Recht auf Arbeit gibt. Sozialhilfeempfänger müssen sich Drogentests unterziehen, die politische Kraft von Gewerkschaften in seinem Staat hat er in harten Auseinandersetzungen mit ihnen geschwächt. Walker ist der erste US-Gouverneur in der amerikanischen Geschichte, der 2012 ein Abwahlverfahren überstand.

Neben Trump und Walker bemüht sich mehr als ein Dutzend an hochrangigen Politikern der Republikanischen Partei um das höchste Staatsamt der Vereinigten Staaten. Unter ihnen ist auch Jeb Bush, dessen Vater George und Bruder George W. zuvor US-Präsidenten waren.

(ap)
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