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Wahlen in Myanmar
Chef der Regierungspartei räumt Niederlage ein

Rangun. Drei Tage nach den ersten freien Parlamentswahlen in Myanmar seit 25 Jahren hat die militärnahe Regierungspartei USDP ihre Niederlage eingeräumt. Sie werde den Sieg der oppositionellen Nationalliga für Demokratie (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi anerkennen, versicherte der Parteivorsitzende Htay Oo der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

"Wir haben verloren. Die NLD hat die Wahl mit einem Erdrutschsieg gewonnen", sagte Htay Oo. "Wir akzeptieren die Niederlage. Ich hoffe, sie führen das Land in die richtige Richtung."

Das Militär, das Myanmar bis 2011 Jahrzehnte regierte, hatte 2010 die USDP gegründet und mit der Partei ihre unter Ausschluss von Wahlbeobachtern organisierten umstrittenen Wahlen gewonnen. Die Regierung führten seit 2011 ehemalige Junta-Generäle in Zivil.

Suu Kyi gewinnt ihren Wahlreis

Fast 90 Prozent der bis Mittwoch von der Wahlkommission erklärten Mandate gingen an die NLD. Auch Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist in ihrem Wahlkreis als Siegerin hervorgegangen. Dies teilte die Wahlkommission am Mittwoch mit. Demnach tauchte der Name Suu Kyis bei der Bekanntgabe der Ergebnisse zu 61 Mandaten im Unterhaus auf. Auf die 70-Jährige seien 54 676 Stimmen in ihrem zum Staat Rangun gehörenden Wahlkreis Kawhmu entfallen, hieß es. Wie viele Wähler für den Gegenkandidaten der bisherigen Regierungspartei votierten, wurde nicht gesagt. Die Kommission hatte bis dahin die Stimmen für 182 der 491 Abgeordnetensitze im nationalen Parlament ausgezählt, über die am Sonntag abgestimmt worden war.

Die von Suu Kyi geführte Nationale Liga für Demokratie steht damit offenbar vor einem Erdrutscherfolg. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, könnte sich dem südostasiatischen Land eine Chance für eine breitere demokratische Öffnung bieten. 

(gol/dpa)
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