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Gipfeltreffen
G7-Gegner blockieren Zufahrtsstraße nach Elmau - Sitzblockade auf Bundesstraße 2

Krün: G7-Gegner blockieren Zufahrtsstraße nach Schloss Elmau
Gegner des G7-Gipfels haben am Sonntag nahe Garmisch-Partenkirchen eine Sitzblockade organisiert. FOTO: dpa, sja
Garmisch-Partenkirchen. Rund 300 Gegner des G7-Gipfels haben einen Protestmarsch in Richtung des Tagungsortes Schloss Elmau gestartet. Sie brachen am Sonntagmorgen vom Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen auf.

Gegner des G7-Gipfels haben am Sonntag nahe Garmisch-Partenkirchen eine Sitzblockade organisiert. Elf Demonstranten blockierten die als Zufahrt zu dem Tagungshotel Schloss Elmau wichtige Bundesstraße 2. Sie trugen ein Plakat mit der Aufschrift: "Wir sehen nur Einschüchterung, Abschottung und Willkür". In Richtung Polizei riefen sie: "Wir sehen nur Marionetten."

Nach etwa 20 Minuten verließen sechs Teilnehmer die Blockade freiwillig. Sie riefen "Hands up - don't shoot" (erhobene Hände, nicht schießen) und gingen mit erhobenen Händen von der Bundesstraße. Die anderen fünf Teilnehmer blieben zunächst sitzen. Das weitere Vorgehen der Polizei blieb unklar; Mitglieder eines Kommunikationsteams der Einsatzkräfte sprachen mit den Demonstranten.

Eine Demonstrantin sagten einem AFP-Reporter: "Wir sitzen hier, um einfach zu zeigen: Wir sind dagegen." Mit Bezug auf die Teilnehmer des G7-Gipfels sagte sie: "Ihr seid nur sieben - wir sind die 99 Prozent."

Teilnehmer der Protestaktion sagten, sie seien in der Nacht zum Sonntag aufgebrochen und hätten sich unbemerkt von der Polizei durch die Wälder bis zur B2 durchgeschlagen. Am Ort der Blockade zog ein Großaufgebot der Polizei auf.

Nach Polizeiangaben war zuvor eine weitere Blockade der B 2 von den Einsatzkräften verhindert worden. Eine Sprecherin sagte auf AFP-Anfrage, mehr als 100 Demonstranten aus dem Protestcamp an der Loisach hätten sich in Richtung der Bundesstraße bewegt. Da eine Blockade befürchtet wurde, umstellte die Polizei die Gruppe auf einer Wiese, wie die Sprecherin sagte. Die Demonstranten hätten sich schließlich wieder zurückgezogen.

Die Bundespolizei verhinderte nach eigenen Angaben am Morgen die Blockade von Zugleisen nahe dem Tagungsort. Rund 60 Menschen hätten versucht, den Zugverkehr bei Oberau zu blockieren, teilte die Bundespolizeidirektion München mit. Ein Polizeihubschrauber überwache nun zusätzlich die Bahnstrecke.

Mehrere G7-Gegner sind nach Angaben ihres Aktionsbündnisses bei der gewaltsamen Auseinandersetzung mit der Polizei am Samstag verletzt worden. Eine Frau liege auf der Intensivstation eines Krankenhauses, sagte am Sonntag Georg Ismael, einer der Sprecher von "Stop G7 Elmau". Bei anderen Demonstranten sei es zu einem Fingerbruch, einem ausgerenkten Ellbogen und Verätzungen der Haut gekommen. Die Polizei sagte auf Anfrage, ein Demonstrant sei medizinisch behandelt worden; weitere Informationen lägen ihr nicht vor. 

Das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen beginnt um 13.00 Uhr auf Schloss Elmau. Bis Montagnachmittag wollen die Staats- und Regierungschefs über zahlreiche Themen wie Klimaschutz, Terrorbekämpfung, Welthandel, Frauenförderung und Entwicklungshilfe beraten. Besonderen Raum dürften der Ukraine-Konflikt und die griechische Schuldenkrise einnehmen. Die aktuelle Ereignisse des Gipfeltreffens lesen Sie hier.

(dpa/AFP)
 
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