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Verkehrssicherheit
Dobrindt will Senioren nicht zu Führerschein-Tests zwingen

Verkehrssicherheit: Dobrindt will Senioren nicht zu Führerschein-Tests zwingen
Senior am Steuer (Symbolbild). FOTO: dpa
Berlin. Obwohl sich eine Mehrheit der Deutschen verpflichtende Führerschein-Tests für Senioren wünscht, hat sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dagegen ausgesprochen.

"Unsere Statistiken zeigen: Ältere Menschen bauen deutlich weniger schwere Unfälle als andere Autofahrer", sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag". Ob jemand sicher Auto fahre, hänge nicht vom Geburtsdatum ab.

Verkehrsexperte Karsten Lemmer bestätigt diese Ansicht. Im Interview mit unserer Redaktion sagt er, dass Senioren kein größeres Verkehrsrisiko darstellen.

Die Unfallforscher der Versicherer sehen das allerdings anders: Senioren ab 75 sollten zu Fahrtests verpflichtet werden - das fordern die Experten der Versicherer (UDV) vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. "Ab diesem Alter ist das Unfallgeschehen sehr auffällig", sagt Leiter Siegfried Brockmann. Bindende Konsequenzen sollen die Testergebnisse allerdings nicht haben.

70 Prozent der Deutschen für Senioren-Fahrtests

Eine Mehrheit der Deutschen sieht das laut der "BamS" ebenso. 70 Prozent der Bundesbürger befürworten demnach, dass Senioren gesetzlich dazu verpflichtet werden, ihre Fahrtüchtigkeit regelmäßig überprüfen zu lassen. 26 Prozent seien dagegen (weiß nicht: vier Prozent). Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid hervor, wie "Bild am Sonntag" berichtet. Für die Erhebung wurden demzufolge am 9. Juni 500 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Ausgehend von den Zahlen aber sind Senioren im Straßenverkehr besser als ihr Ruf. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2015 etwas mehr als 73.000 Senioren ab 65 Jahren an Unfällen beteiligt, bei denen Menschen verletzt wurden. Das entspricht rund 13 Prozent der Gesamtzahl. Sie haben damit im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil von 21 Prozent eine unterproportionale Unfallbeteiligung, heißt es im Bericht. Senioren über 75 aber verursachen fast 90 Prozent ihrer Unfälle selbst und sind damit auffälliger als die Hochrisikogruppe der 18- bis 25-Jährigen (80 Prozent).

Übrigens: Die Deutsche Verkehrswacht plädiert dafür, dass Führerscheininhaber regelmäßig Sehtests und Erste-Hilfe-Kurse absolvieren sowie ein ärztliches Attest vorlegen sollten - unabhängig vom Alter.

(felt/KNA/dpa)
 
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