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Persönlich
Dieter Hallervorden . . . witzelt in Wien über die NS-Zeit

Die Großen der Komik - gestern und heute
Die Großen der Komik - gestern und heute FOTO: AP
Dieter Hallervorden verdiente sein Geld lange mit Quatsch. Seine Witze und Sketche sind Kult. "Didi" bringt die Nation seit Jahrzehnten zum Lachen - als Komiker, Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher, Moderator oder Theaterleiter. Im vergangenen Jahr bewies der in Dessau geborene 79-Jährige zudem eindrucksvoll, dass er nicht nur Grimassen schneiden kann: In Til Schweigers Tragikomödie "Honig im Kopf" spielte Hallervorden einen demenzkranken Großvater - und verlieh der komplexen Figur Tiefe. Auch den komischen Aspekt, den die Krankheit haben kann, klammerte er nicht aus. Von Jan Dobrick

Dass Hallervorden aber nicht bei allem, was er tut, komisch ist, hat er nun bei der Verleihung der Romy, einem österreichischen Film- und Fernsehpreis, gezeigt: Er nahm in der Kaiserlichen Hofburg in Wien die Auszeichnung als bester Schauspieler für seine Rolle in "Honig im Kopf" entgegen - und bedankte sich mit den Worten: "Diese österreichische 'Romy' führe ich heim ins Reich." Ein Raunen ging durch den Saal, denn mit dem Slogan "Heim ins Reich" warben die Nationalsozialisten einst für den Anschluss Österreichs an Deutschland. Der österreichische Künstler André Heller, der einen Preis für sein Lebenswerk bekam, zeigte sich wenig amüsiert. "Lieber Didi Hallervorden, ich fand das nicht in Ordnung, was Sie gesagt haben", sagte der 68-Jährige.

Beim sozialen Netzwerk Facebook äußerte sich Hallervorden, der "an die Geschichte erinnern" wollte, so: "'Heim ins Reich' habe ich extra als Satire angekündigt! Warum wird darum so ein Wirbel gemacht? Für mich leider unverständlich! Für die, die den Humor haben: vielen Dank! Für die, die ihn noch nicht aufbringen konnten: Ich empfehle es, das als Witz zu sehen, denn als solcher ist er gemeint, schwarzer Humor kann leider nicht immer allen gefallen." Er fühlt sich missverstanden. Doch unpassend war sein Spruch, wie alle NS-Vergleiche, allemal.

Quelle: RP
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