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Berlin
Gewerkschaft: Zu wenig Polizei gegen Extremisten

Berlin. Angesichts der Flüchtlingskrise und Terrorgefahr fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mehr Personal. Seit 2000 seien rund 16.000 Stellen weggefallen, sagte GdP-Vize Jörg Radek. Erst jetzt habe die Koalition beschlossen, 3000 Bundespolizisten einzustellen. "Das ist aber für die aktuelle Situation viel zu spät", so Radek. Ausweislich der Personaltabellen der Länder hat sich die Zahl der Polizeivollzugsbeamten seit 2005 jedoch meist erhöht. In NRW lag sie 2015 laut GdP bei 44.550 (inklusive Verwaltung), 2005 waren es noch 41.000. In Brandenburg wurde jedoch abgebaut: von 8648 Polizisten (2005) auf 7745 (Oktober 2014). Von Jan Drebes

"Einzelne Landesregierungen haben zuletzt wieder mehr Polizisten eingestellt", sagte Radek. Aber angesichts einer Ausbildungszeit von bis zu dreieinhalb Jahren werde man noch einige Jahre "ohne irgendwelche Effekte" erleben. Die Polizei könne daher etwa nur einen Bruchteil der 150.000 Wohnungseinbrüche pro Jahr aufklären, so Radek. In der Flüchtlingskrise werde das Problem verstärkt. "Allein vom 13. September bis 13. November haben die Beamten an der deutsch-österreichischen Grenze 1,2 Millionen Überstunden angehäuft." Die Bewerberlage sei gut, weil die Bundespolizei ihre Anforderungen gesenkt habe. Radek: "Jetzt dürfen auch Tätowierte oder Menschen, die kleiner sind als 1,63 Meter, in den Dienst."

(jd)
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