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Berlin/Stuttgart
Philosoph Spaemann: Papst spaltet die Kirche

Berlin/Stuttgart. Der katholische Philosoph Robert Spaemann hat Papst Franziskus einen Bruch der kirchlichen Lehrtradition über die menschliche Ehe und Sexualität vorgeworfen. Konkret bezieht sich der 88-Jährige auf Passagen des Dokuments "Amoris laetitia", in denen Franziskus betont, dass bei der Begleitung von Menschen in "irregulären" Situationen in einigen Fällen auch die Sakramente eine Hilfe sein könnten. Jeder Priester, der sich an die bisher geltende Sakramentenordnung halte, könne nun von Gläubigen "gemobbt und seinem Bischof unter Druck gesetzt" werden, sagte Spaemann der "Catholic News Agency".

Bei der Kommunionspendung könne es nur eine klare Ja-Nein-Entscheidung geben. Franziskus aber habe "mit einem Federstrich das Chaos zum Prinzip erhoben". Spaemann fügte hinzu: "Der Papst hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt. Ein Schisma, das nicht an der Peripherie, sondern im Herzen der Kirche angesiedelt wäre. Gott möge das verhüten."

(kna)
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