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Verspätete Zinswende

Die amerikanische Notenbankpräsidentin Janet Yellen hat endlich den längst überfälligen Schritt aus der Nullzinspolitik gewagt und die Leitzinsen leicht angehoben. Damit verlässt sie den Kurs der vergangenen zehn Jahre. Und das ist richtig. Denn die Fed, wie die US-Notenbank kurz heißt, hat sich längst von ihrer eigentlichen Aufgabe, die Währung zu sichern, abgewandt und ist zu einer allmächtigen Krisenbewältigungsbehörde aufgestiegen. Das ist aber nicht ihr Mandat. Sie muss auch nicht die Märkte bei Laune halten, sondern für langfristige Währungsstabilität sorgen. Von Martin Kessler

Yellen hat lange den notwendigen Schritt hinausgezögert, weil sie den Aufschwung nicht abwürgen wollte. Auch das ist konjunkturpolitisch, nicht währungspolitisch gedacht. Inzwischen ist aber die Arbeitslosigkeit längst auf die Marke vor der Krise gerutscht. Damit entfiel das letzte Argument gegen die Zinswende. Yellen hat sich bewegt. Jetzt muss sie auch gegen innere Widerstände in der Bank das Geld langsam teurer machen. Dann wird ihr auch Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, folgen.

Quelle: RP
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