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Düsseldorfer EG
DEG bangt um Torhüter Bobby Goepfert

Das ist Bobby Goepfert
Das ist Bobby Goepfert FOTO: american-sports.info
Düsseldorf. Nach seiner schweren Hüftverletzung im vergangenen September schuftet der 32 Jahre alte Amerikaner in seiner Heimat in der Reha. Ob er aber noch einmal spielen kann, ist völlig offen. Von Thomas Schulze

Als Bobby Goepfert am 19. September zehn Minuten vor dem Spielende das Eis in Augsburg verließ, ahnte niemand, dass die Saison für den Torhüter der Düsseldorfer EG beendet sein würde. Fast neun Monate später arbeitet und schwitzt der Keeper in der Reha und hat dabei die Ungewissheit im Nacken, ob er jemals wieder spielen kann oder ob ihm die Sportinvalidität droht. Das wird sich nämlich erst zeigen, wenn er wieder auf dem Eis steht und das Training aufnimmt. Es ist eine schwierige Situation für Goepfert, aber auch für DEG-Trainer Christof Kreutzer - Planungssicherheit sieht anders aus, und das auf der wichtigsten Position einer Eishockeymannschaft.

In Augsburg hatte sich Goepfert eine Hüftverletzung zugezogen, dabei einen Faserriss im Gesäßmuskel sowie Bänder- und Kapselverletzungen erlitten. Der Heilungsprozess verlief nicht wie erhofft, so dass er kurz vor dem Jahreswechsel noch operiert werden musste. Dabei wurde das Labrum genäht, außerdem der Hüftkopf abgeschliffen und geglättet. Solche Verletzungen entstehen typischerweise bei körperlicher Aktivität, besonders bei Sportarten mit sich wiederholenden Bewegungen. Sie können auch Verletzungen zur Folge haben, die den Knochen oder Knorpel des Hüftgelenks in Mitleidenschaft ziehen.

Bobby Goepfert hat die Operation gut verkraftet und trainiert fleißig. Er ist schmerzfrei. "Aber das heißt noch nichts", warnt Trainer Christof Kreutzer. "Ob Bobby wieder spielen kann, werden wir erst sehen, wenn er auf dem Eis steht. Die Frage ist, ob er dann wieder voll belastbar ist. Das ist nicht abzusehen." Schließlich ist der Bewegungsablauf eines Eishockey-Torhüters extremen Belastungen ausgesetzt, die stets wiederkehren.

Christof Kreutzer hält seit Wochen mit Goepfert telefonisch Kontakt. "Er ist positiv und wird alles versuchen, wieder fit zu werden", berichtet der Coach, der sich auch mit den Physiotherapeuten und Ärzten austauscht. "Bobby hat in den USA die Möglichkeit, schon bald aufs Eis zu gehen. Dann wissen wir mehr."

Eigentlich ist die DEG auf der Torhüterposition sehr gut besetzt, denn Kreutzer hatte im Herbst einen Glücksgriff getan. Er hatte - ohne Goepferts Aus absehen zu können - kurzfristig Tyler Beskorowany verpflichtet. Der 25 Jahre alte Kanadier erwies sich als wesentlich mehr als nur Ersatz und avancierte zum besten Torhüter der Deutschen Eishockey Liga (DEL). So wäre ein Ausfall von Goepfert zwar bitter, aber für die DEG zu verkraften. In Felix Bick - der 22-Jährige kehrt von Duisburg zurück in die Landeshauptstadt - verfügt das Team über einen weiteren talentierten Schlussmann.

Die starken Leistungen von Beskorowany haben jedoch auch die Scouts in Nordamerika aufhorchen lassen. Zwar hat der Torwart bei der DEG noch einen bis 2017 laufenden Vertrag, der aber natürlich eine Ausstiegsklausel für die NHL beinhaltet. Sollte Beskorowany also ein Angebot bekommen und annehmen, müsste die DEG in der kommenden Saison auf ihn verzichten. Sollte dann auch noch Goepfert ausfallen, hätte Kreutzer ein Riesenproblem.

"Das wäre der Super-Gau", gesteht der Trainer. "Aber daran verschwende ich keinen Gedanken. Dass solch eine Situation, sollte sie tatsächlich eintreten, alles andere als schön wäre, ist klar." Die paar Tage Urlaub in Dänemark lässt sich Kreutzer von einem solchen Szenario nicht vermiesen.

Quelle: RP
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