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Borussia Mönchengladbach
Ein Buch über Borussias Rettung

Borussia Mönchengladbach: Ein Buch über Borussias Rettung
„So weit die Raute trägt“ ist ein Buch über einen Titelgewinn der etwas anderen Art. FOTO: Jannik Sorgatz
Mönchengladbach. Gleich mehrfach war der gefühlte Abstieg von Borussia Mönchengladbach in der Saison 2010/2011 besiegelt. Am Ende erlebte der Niederrhein doch noch sein Fußball-Wunder. Blogger Jannik Sorgatz hat der verrückten Spielzeit ein Buch gewidmet. Es heißt "So weit die Raute trägt – Als Gladbach wieder auferstand".

Die Ecke von Kaiserslauterns Christian Tiffert segelt in den Strafraum. Logan Bailly eilt heraus, faustet – und plötzlich ist der Ball im Tor. Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben in der vergangenen Saison viele bittere Momente erlebt. Dieser aber ist besonders im Gedächtnis geblieben, der 27. Bundesliga-Spieltag am 18. März 2011.

"Wenn man in einer einzigen Sekunde absteigen kann, dann war es diese eine zwischen 21.48 und 21.49 Uhr", hat Jannik Sorgatz das Eigentor von Bailly kurz darauf auf seinem Blog www.entscheidend-is-aufm-platz.de umschrieben. Eine Einschätzung, die damals im März vermutlich viele geteilt haben. Doch weil es anders kam und Borussia zu einer der größten Aufholjagden der Bundesliga-Geschichte ansetzte, hat Sorgatz die Rettung des VfL nun als Buch herausgebracht.

In "So weit die Raute trägt" schildert er auf 212 Seiten die Saison 2010/2011 vom Anpfiff in Aue bis zum Abpfiff in Bochum. Vom 6:3 in Leverkusen über den Absturz auf Platz 18, die Entlassung von Michael Frontzeck bis zu den ersten Spielen unter Lucien Favre. Mehrmals ist Gladbach weg vom Fenster. Nur noch der virtuelle Tabellenrechner macht in jenen Wochen Mut. Nach der 0:1-Pleite gegen Kaiserslautern fragt Sorgatz: "Welche Saison ist schon verloren, in der dieses Ding bei drei Versuchen wenigstens einmal die Relegation möglich macht – ohne Schummeln natürlich?"

40 Texte über alle Pflichtspiele der Borussia sowie die denkwürdige Mitgliederversammlung am 29. Mai beinhaltet das Buch. Sorgatz verbindet konstant seine eigenen Empfindungen mit dem Geschehen auf dem Platz – egal ob in Hamburg, im Borussia-Park oder auf dem heimischen Sofa. Trotz der aussichtslosen Lage über viele Monate gelingt es ihm immer wieder, das Treiben auf dem Platz auch mit einem Augenzwinkern zu sehen. Sei es, wenn er Sternschnuppen zählend auf einer Brücke steht oder seine rote Laterne mit zum Rudelgucken in eine Dortmunder Kneipe nimmt.

Sorgatz, in Willich-Anrath aufgewachsen, ist 22 Jahre alt. Die glorreichen Zeiten des VfL in den 70er-Jahren kennt er nur aus Erzählungen und aus dem Fernsehen. "Aber ich habe ,Ja" gesagt zu diesem Verein", schreibt er auf Seite 176. "Und deshalb würde sich der Klassenerhalt nach einer solchen Saison anfühlen wie für die Fans des BVB die Meisterschaft." Insofern ist "So weit die Raute trägt" ein Buch über einen Titelgewinn der etwas anderen Art.

 
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