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Borussia Mönchengladbach
Erstmals seit 24 Jahren die bessere Borussia

Fotos: Kramer kassiert fünfte Gelbe für unnötigen Rempler
Fotos: Kramer kassiert fünfte Gelbe für unnötigen Rempler FOTO: Screenshot Sky
Mönchengladbach. Gladbach wird die Spielzeit vor dem heutigen Gegner aus Dortmund beenden. Das gelang den Fohlen zuletzt 1991. Damit endet die längste Serie dieser Art gegen einen aktuellen Erstligisten. Von Stefan Klüttermann

Die Behauptung, dass die Borussia aus Mönchengladbach am Ende dieser Bundesligasaison vor der Namenscousine aus Dortmund stehen wird, gehört nicht mehr wirklich in die Kategorie "Gewagte Thesen". 17 Punkte beträgt der Vorsprung der Gladbacher auf den BVB, bei noch 21 zu vergebenen Zählern. Das heißt also, sollte Lucien Favres Mannschaft heute Nachmittag (15.30 Uhr, Borussia-Park) im Borussen-Duell Jürgen Klopps Dortmunder besiegen, würde schon sechs Spieltage vor Schluss aus der obigen Behauptung statistische Sicherheit.

Für die einen mag das eine belanglose Zahlenspielerei sein, aber für viele Borussen-Anhänger, die sich in den vergangenen Jahren den Schwarz-Gelben in wachsender Antipathie verbunden fühlen, geht es dann doch eher in Richtung Genugtuung. Schließlich kommt es ja auch nicht so oft vor, dass sich der BVB nach 34 Spieltagen hinter Mönchengladbach in der Tabelle einsortieren muss. Genau genommen ist es sogar schon lange her - 24 Jahre. In der Spielzeit 1990/1991 gab es diese Konstellation zum bis dato letzten Mal. Gladbach wurde damals Neunter, Dortmund Zehnter. Seither kam die tabellarisch bessere Borussia immer aus Westfalen. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten mussten sich die Fohlen so lange hinten anstellen. Nicht gegen die Bayern, die 1994/95 hinter Borussia standen, nicht gegen Leverkusen, das 2002/03 hinter Borussia landete, und auch nicht gegen Schalke, das 1996/97 schlechter platziert war als der VfL.

Borussia vor der nächsten Aufgabe

Dabei ist es ja nicht so, dass Dortmund seit 1991 jedes Jahr unter den Top-Teams rangiert hätte, aber immer, wenn Schwarz-Gelb mal eine schwächere Saison hatte, hatte die Borussia aus Mönchengladbach eine noch schwächere (siehe Infokasten). 2007/2008 war der BVB mal nur 13., aber Gladbach spielte in derselben Saison eben nur in der zweiten Liga. 2008 kam dann Jürgen Klopp zum BVB, und seitdem stellte sich die Frage eigentlich nie, wer von beiden Mannschaften besser abschneiden würde. Doch diesmal dreht Favres Team den Spieß um - weil es selbst in der Liga bislang eine herausragende Runde spielt und auf Champions-League-Kurs segelt, und weil der BVB bis ins Frühjahr hinein Abstiegssorgen hatte und sich zuletzt auf der wieder für möglichen gehaltenen Aufholjagd Richtung Europacup-Plätze selbst ausbremste. Anders als Gladbach zog Dortmund, bei dem der Einsatz von Mats Hummels und Marco Reus fraglich ist, jedoch ins Pokal-Halbfinale ein und damit aus dem Unter-der-Woche-Auftritt deutlich mehr positive Energie als die Fohlen aus ihrem Ausscheiden auf der Bielefelder Alm.

Der bisherige Saisonverlauf sieht in den Augen vieler jedenfalls die heimische Borussia, die ohne den gelbgesperrten Christoph Kramer und den verletzten Martin Stranzl antritt, erstmals seit langem mal als Favorit gegen den BVB in eine Partie gehen. Lucien Favre und Max Eberl würden dem natürlich widersprechen, aber angesichts der gezeigten Heimstärke und der Konstanz in den Leistungen erwarten die Fohlen den Gast mit breiter Brust. "Wir müssen das machen, was wir in den letzten Wochen gemacht haben. Wenn wir so auftreten wie in Hoffenheim, haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen", sagt Roel Brouwers. Der Respekt des Gegners ist ihm und seinen Mitspielern in jedem Fall gewiss. "Gladbach hat eine ziemlich gute Fußballmannschaft, die einen ziemlich guten Lauf hat. Teil unserer Idee muss sein, sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Sonst entwickeln sie brutale Torgefahr", sagte Klopp vor der Partie im ausverkaufen Borussia-Park. Und er sagte: "Ich freue mich richtig auf das Spiel." Denn wer den BVB-Coach kennt, der weiß, dass er zeigen will, dass zumindest an einem Tag sein Team immer noch die besserere Borussia ist.

Einzelkritik: Note 5 für Raffael, Note 2- für Sommer FOTO: dpa, frg jai
Quelle: RP
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