| 09.12 Uhr

Abschalten am Genfer See
Löw gibt Spielern einen Tag frei

Müller macht im Training den Neuer
Müller macht im Training den Neuer FOTO: dpa, htf
Evian. Joachim Löw verfällt nach der unbefriedigenden Nullnummer gegen Polen nicht in Aktionismus. Statt Straftraining erhalten Schweinsteiger und Co. vor dem Nordirland-Spiel am Genfer See erstmals Freizeit.

Joachim Löw bleibt seiner Linie treu. Der Bundestrainer verzichtet auch nach der tristen Nullnummer gegen Polen auf jeglichen Aktionismus und gönnt den Fußball-Nationalspielern vor dem Start der konzentrierten Vorbereitung auf das abschließende EM-Gruppenspiel gegen Nordirland einen ersten kompletten Tag zum Durchschnaufen am Genfer See. Statt Straftraining oder Zusatzschichten auf dem Fußballplatz dürfen sich Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine 22 Kollegen über einen freien Samstag freuen.

"Wir sind seit fast vier Wochen zusammen, die Belastung war zuletzt sehr hoch", begründete Löw die für ihn nicht ungewöhnliche Maßnahme. Man werde mit Blick auf das finale Vorrundenspiel gegen die Nordiren am kommenden Dienstag in Paris auch weiter an Details arbeiten. "Aber jetzt war es mir einfach wichtig, dass die Spieler mal komplett abschalten und den Kopf frei bekommen können", erläuterte Löw.

Der Bundestrainer selbst verzichtet auf einen freien Tag. Löw wird sich am Vormittag unter anderem bei einer Pressekonferenz in Évian-les-Bains den Fragen der Medienvertreter stellen. Im Quartier oberhalb des Lac Léman (Genfer Sees) grübelt der Weltmeistercoach mit seinem Trainerstab und der Scouting-Abteilung über Verbesserungen insbesondere im Angriffsspiel. "In der Offensive haben wir nicht das gezeigt, was wir von unserer Mannschaft erwarten können", erklärte Löw deutlich. Aktionismus aber ist dem 56-Jährigen fremd. In allen Turnieren seiner zehnjährigen Amtszeit gab es schwierigen Phasen.

Löw kann den Spielern auch ein wenig Freizeit gönnen, weil diese sich nach dem 0:0 gegen Polen durchaus selbstkritisch gezeigt hatten. "Wir müssen definitiv gegen die Nordiren einen Gang hochschalten", sagte etwa Spielmacher Mesut Özil, der dem Angriffsspiel in den ersten zwei Europameisterschafts-Partien noch nicht die entscheidenden Impulse geben konnte. Mit vier Punkten führt Deutschland die Gruppe C vor den letzten Vorrundenspielen aber weiter an. "Ich bin überzeugt, dass wir das Spiel gegen die Nordiren gewinnen", äußerte Özil entschlossen.

(dpa)
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