| 09.06 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Van Duinen – erst Verlierer, dann Gewinner

Van Duinen erzielt das 1:1 gegen Bochum in der Nachspielzeit
Van Duinen erzielt das 1:1 gegen Bochum in der Nachspielzeit FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Nur knapp über zehn Minuten spielte Mike van Duinen im Spiel von Fortuna Düsseldorf beim VfL Bochum. Das reichte allerdings, um die Höhen und Tiefen eines Fußballprofis zu erleben – mit positivem Ende. Von Christoffer Kleindienst

284 Minuten hatte van Duinen im Trikot der Fortuna um nahezu jeden Zentimeter gekämpft. Er lief, setzte sich für die Mannschaft ein und machte eben das, was man als guter Mannschaftskollege, der sich im Team durchsetzen will, so macht. Allerdings verpasste der Niederländer eine wichtige Sache: das Toreschießen.  In der 285. Minute, die er in seinem achten Pflichtspieleinsatz erreichte, korrigierte van Duinen endlich diese Statistik.

Als schon keiner mehr daran glauben wollte, köpfte er eine butterweiche Flanke von Sercan Sararer in das Tor und überwand Bochums Keeper Andreas Luthe, der bis dato eine perfekte Partie abgeliefert hatte. Es war kein sonderlich schöner, dafür aber ein ungemein wichtiger Treffer. "Das Gefühl ist klasse, kann nicht besser sein – für mich ein großer Moment. Ich denke, wir haben als Mannschaft ein sehr gutes Spiel gezeigt und den Ausgleich auch wirklich verdient. Wir haben nie aufgegeben, auch nicht nach dem 0:1. Deshalb geht der Ausgleich in der Nachspielzeit in Ordnung.", sagte der Torjäger nach der Partie freudestrahlend.  

Es war auch ein Treffer für das Vertrauen – in sich selber und das der Fans. Van Duinen kam im Sommer zur Fortuna. Zwar war Didier Ya Konan der inoffizielle Königstransfer, aber der Angreifer sorgte fast für ebenso viel Wirbel: Wer war der 23-Jährige, der einen Marktwert von deutlich über eine Million Euro hat, der Sportdirektor Rachid Azzouzi eine Ablösesumme von rund 500.000 Euro wert war und sofort einen Vierjahresvertrag bekam? 

VfL Bochum - Fortuna FOTO: dpa, jgu hpl

Ein Joker, der in einer kriselnden Fortuna-Mannschaft auch mal von Anfang an spielen durfte, war die recht ernüchternde Antwort darauf in den ersten Spielen der Saison gewesen. Zudem war es ein Spieler, der einen Elfmeter in der ersten Runde des Pokalspiels nicht verwandelte. Und vor allen Dingen ein torloser Stürmer.

Dass van Duinen Letzteres besonders nervte, zeigte er kurz nach der Einwechslung im Spiel gegen Bochum. Nachdem sein Jokerkollege Joel Pohjanpalo das Spielgerät stark behauptet hatte, kam der Ball auf den Niederländer. Die Düsseldorfer hatten eine Überzahlsituation. Anstatt den freistehenden Mathis Bolly im Strafraum zu bedienen, versuchte es van Duinen selbst – mit überschaubarem Erfolg: Luthe konnte den harmlosen Schuss problemlos abwehren.

Das Tolle am Fußball: Man kann Fehler – besonders als Stürmer – binnen Minuten vergessen machen. Mit seinem späten Ausgleichstor machte der Youngster genau das. Der Plan des Niederländers in den kommenden Wochen dürfte nun denkbar einfach sein. Nicht wieder 285 Spielminuten bis zum nächsten Treffer warten. Ansonsten könnte er doch der Verlierer sein.

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