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Fortuna Düsseldorf
Und weiter geht der Spaß

Fortuna Düsseldorf: Und weiter geht der Spaß
FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat noch keinen neuen Cheftrainer präsentiert, der erfolgreiche Peter Hermann bleibt Interimscoach. "Ich kenne das Geschäft ja schon", erklärt der 63-Jährige dazu nüchtern. Von Christoffer Kleindienst

Da sitzt er also. Zum dritten Mal. Wenn man es wohlwollend sieht, ist es für ihn zwei Mal zu viel – mindestens. Hermann wurde als der "ewige Co-Trainer" zur Fortuna geholt. Er war derjenige, den nur echte Kenner kannten. Und dennoch hat er Erfolge gefeiert, die nur ganz Wenige im Profifußball aufweisen können: Der Triple-Sieg mit den Bayern ist das Prunkstück in seiner jahrzehntelangen Karriere. Und nun muss er ausgerechnet bei der Fortuna, einem kriselnden Zweitligisten, das machen, was er nicht machen will: im Mittelpunkt stehen. 

Der Freitagnachmittag bildet da keine Ausnahme. Einen Tag zuvor gab der Verein bekannt, dass Hermann auch die letzten beiden Spiele im Jahr 2015 als Interimstrainer übernehmen wird – trotz des klaren Standpunktes des Routiniers: "Naja, als am Donnerstag kein neuer Trainer da war, war mir auch klar, dass ich wohl weitermachen muss. Ich kenne das Geschäft ja schon. Aber zu der Cheftrainerrolle kennen Sie ja meine Meinung."

Azzouzi schätzt Hermanns Entscheidung

Sportdirektor Rachid Azzouzi weiß das Entgegenkommen Hermanns zu schätzen. "Wir hatten eine Absprache mit Peter, die so ausgelegt war, dass wir schnellstmöglich einen Trainer finden", sagt der Sportdirektor: "Aber es ist auch so, dass wir die Zeit einfach gut gebrauchen können. Man darf sich aber auch nicht blenden lassen: Wir haben die Hinrunde nun ein wenig verbessert, aber gut war sie nicht. Wir müssen jetzt einfach diese Ruhe behalten, die wir jetzt gerade haben."

Mit anderen Worten: Hermanns Erfolg hat die nötige Ruhe rund um den Verein und gleichzeitig in die Trainersuche gebracht. Es gibt derzeit einfach keinen Grund, das Momentum mit dieser Personalie in Gefahr zu bringen. In Hermann hat der Verein derweil jemanden gefunden, der zwar die Rolle nicht ausfüllen will, es aber erstaunlich gut macht: "Ich weiß ja, dass es nicht so ist, dass ein Trainer nur auf dem Platz steht. Da gehört es einfach dazu, mehr zu machen. Das weiß ich ja auch."

Zudem tut er dem Verein auch mit seiner unaufgeregten Art gut. Die Aussagen, dass Adam Bodzek den gesperrten Karim Haggui ersetzt, ist erfrischend ehrlich vor einem Pflichtspiel. Und auch auf die Frage, ob ihm der Klub denn aufgrund seines Postens als Interimstrainer mehr als nur einen warmen Handschlag gegeben habe, sagt er ganz offen: "Naja, ich werde sowieso gut bezahlt." 

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