| 19.59 Uhr

Ticket-Kontingente
Polizei-Gewerkschaft gegen Begrenzung von Gästekarten

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich gegen eine Kontingentierung von Gästekarten bei Fußballspielen in den Profiligen ausgesprochen. "Es kann nicht sein, dass Fußballanhänger pauschal für die Personaleinsparungen bei der Polizei bestraft werden. So kann man den wenigen Gewalttätern bei Fußballspielen nicht Herr werden", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert. Wolfgang Deus, Sprecher des NRW-Innenministeriums, widersprach im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) vehement der Darstellung der Polizeigewerkschaft. "Es geht ausschließlich darum, dass die Polizei am 1. Mai und 3. Oktober so stark beansprucht ist, dass man darüber nachdenken kann, die Gästekarten auch bei Nicht-Risikospielen zu reduzieren. Allerdings nur an diesen beiden Tagen", sagte Deus. Nach GdP-Angaben soll auf der am Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger über eine Begrenzung der Gästekarten in der Bundesliga beraten. Auf diesem Weg soll die Gefahr von Ausschreitungen gebannt werden, falls nicht genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Ein solcher Schritt sei, so Plickert, eine "Bankrotterklärung der Sicherheitspolitik". Das Vorhaben beweise, wie berechtigt die GdP-Forderungen nach mehr Personal bei der Polizei seien. "Um die Gewalt rund um den Fußball nachhaltig bekämpfen zu können, muss die Polizei intensiver die Gewaltszene aufklären. Wir wollen die Täter gerichtsfest überführen, statt friedliche Fans vom Fußball auszuschließen", so Plickert.
(sid)
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