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Elfjähriger mischt Golf-Szene auf
Kournikovas kleiner Bruder soll der neue Tiger werden

Anna Kournikova zeigt private Fotos bei Instagram
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Düsseldorf. Seine große Schwester war zu ihrer aktiven Zeit zwar nicht die erfolgreichste, aber die bekannteste Tennisspielerin der Welt. Der elfjährige Allan Kournikova will es noch etwas besser machen: Sein Ziel: Trophäen, Trophäen, Trophäen. Von Antje Rehse

"Ich mag Trophäen wirklich sehr. Sie glänzen so schön und sie sind Kunst und es ist gut, eine Menge davon zu haben." Schon mit sieben Jahren hat Allan Kournikova sein Ziel klar vor Augen. Er will ein professioneller Golfspieler werden. Nicht irgendeiner. Der beste der Welt.

Der Halbbruder von Ex-Tennisstar Anna Kournikova – er ist der Sohn deren Mutter Alla und des Deutschen Michael Moog de Medici – ist einer der Protagonisten des Dokumentarfilms "The Short Game" (zu sehen unter anderem beim Streamingportal Netflix), der 2012 rund um die "US Kids World Golf Championship" gedreht wurde. Jedes Jahr treten bei dem Event in Pinehurst im US-Bundesstaat North Carolina in verschiedenen Alterskategorien die besten Golfspieler unter zwölf Jahren an. So auch jetzt wieder vom 4. bis 6. August. Die Bilanz von Kournikova kann sich sehen lassen: Schon vier Mal holte der Blondschopf aus Palm Beach/Florida die Trophäe nach Hause. Besser als er spielt in seinem Alter niemand.

 

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Ein von Anna Kournikova 🐾 (@annakournikova) gepostetes Foto am

"The Short Game" bezeichnet im Golf das Spiel nah am Loch, bei dem es um Genauigkeit in den kurzen Schlägen geht. Der Filmtitel ist aber natürlich auch eine Anspielung auf die noch geringe Körpergröße der Nachwuchs-Golfer. Neben Kournikova begleitete Regisseur Josh Greenbaum die US-Amerikanerinnen Sky Sudberry, Amari Avery und Alexa Pano, den Chinesen Yan Kuang, den Südafrikaner Zamokuhle Nxasana, den Philippiner Jed Dy sowie den Franzosen Augustin Valery vor und während des Turniers.

Keiner der Nachwuchsgolfer war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten älter als acht Jahre. Doch vor der Kamera sagen sie Sätze wie: "Wenn ich einen Ball schlage, geht in meinem Körper ein Licht an", "Du musst tun, was du tun musst. Und du kannst schaffen, was du schaffen kannst" oder "Ich empfinde es nicht so, dass Golf mir meine Kindheit raubt. Golf ist meine Kindheit".

Das alles klingt wenig kindlich und wenn man sich anschaut, wie einige Eltern in dem Film porträtiert werden, kann man sich denken, bei wem deren Sprösslinge die bedeutungsschwangeren Sätze aufgeschnappt haben. Denn fast alle halten den eigenen Nachwuchs für das neue Wunderkind am Golf-Himmel. Den legitimen Nachfolger von Superstar Tiger Woods. Und entprechend üben sie Druck aus, wenn es mal nicht läuft auf dem Grün.

Nur in wenigen Momenten des Films erlauben sich die Kinder, sich wie Kinder zu benehmen. Zum Beispiel, wenn der siebenjährige Allan sich allzu feixend über die schlechte Runde eines Konkurrenten freut und dabei sämtliche Golf-Etikette außer Acht lässt. Oder wenn der Südafrikaner Zamokuhle, der ohnehin als einziger aus reinem Spaß an der Freude an dem Turnier teilzunehmen scheint, sich mit dem Franzosen Augustin anfreundet, weil dieser ihm eine lustige Tanzbewegung beibringt. Oder wenn der kleine, chinesische Junge seinen Eltern erzählt, das Essen im amerikanischen China-Restaurant schmecke irgendwie viel besser als zu Hause.

Nicht jedes der Kids – jährlich sind in Pinehurst mehr als 1400 am Start – wird als Golf-Star groß rauskommen. Tatsächlich dürfte die Zahl derer, die den Sport später zum Beruf machen können, verschwindend gering sein. Dann aber winkt das große Geld. "Wenn du später sieben Tage in der Woche für mich arbeitest, werde ich dir drei Millionen Dollar pro Tag zahlen", verspricht Kournikova am Ende des Films seinem Masseur. Diese Summe hätte früher zwar sogar das Budget seiner Schwester gesprengt, die sich vor üppigen Werbeverträgen kaum retten konnte, doch dass Golfer in der Tat außergewöhnlich gut verdienen, zeigt auch der jährliche Blick auf die Forbes-Liste der bestbezahlten Sportler, in der sich stets mehrere Golfer in den Top 20 wiederfinden.

Finanziell könnte Allan seiner großen Schwester also mit etwas Glück durchaus nacheifern. Eines wird der junge Kournikova aber besser machen wollen: Anna Kournikova blieb trotz ihres Ruhms und Weltranglisten-Position acht ein Einzeltitel auf der Profi-Tour stets verwehrt. Und die von Allan Kournikova so geschätzen Trophäen gibt es dann doch nur für Siege.

(areh)
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