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Die wichtigsten Punkte der Leistungssport-Reform

Die wichtigsten Punkte der Leistungssport-Reform im Überblick.

Die wichtigsten Punkte der Leistungssport-Reform

1. Neuausrichtung der Fördergrundlage

Anstatt wie bisher einen Großteil der Förderung an die Medaillenausbeute vergangener Olympischer Spiele zu knüpfen, soll die Perspektive bei zukünftigen Großereignissen zur Förderungsgrundlage werden. In den Mittelpunkt soll dabei verstärkt der einzelne Athlet und dessen Umfeld rücken.

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2. Neuer Förderweg

Die Ermittlung der zukünftigen Medaillenchancen soll sich stärker an einzelnen Disziplinen und nicht mehr nur am Potenzial ganzer Verbände orientieren. Das neu eingeführte Modell "PotAS" (Potenzialanalysesystem") berechnet auf wissenschaftlicher Basis und unter Einbeziehung von 20 Attributen eine erste Einstufung. "Gefüttert" werden soll "PotAS" von einer neuen Kommission, die sich unter anderem aus Mitgliedern des Sports und der Wissenschaft zusammensetzt. In den nachfolgenden Strukturgesprächen zwischen Verbänden, DOSB, BMI sowie weiteren Experten soll ein Fördervorschlag ausgestaltet werden. Eine Förderkommission bestehend aus BMI, DOSB und teilweise den Ländern legt die finanzielle Förderung anschließend fest.

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3. Neue Förderklassen

Die Leistungspotenziale der Sportarten/Disziplinen sollen in drei Klassen (Cluster) eingeteilt werden.

Exzellenzcluster: Hohes Medaillenpotenzial, möglichst optimale Förderung.

Potenzialcluster: Mittleres Medaillenpotenzial, individuelle Förderung für Athleten und/oder Nachwuchsmaßnahmen beziehungsweise Strukturförderung.

Cluster mit wenig oder kein Potenzial: Disziplinen oder Sportarten erhalten keine Förderung. Es kann allerdings Ausnahmen geben.

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4. Professionalisierung

In vielen Bereichen des Sports sollen professionellere Strukturen eingeführt werden. Schlüsselfunktionen in Verbänden und Stützpunkten sollen genauso wie Trainerstellen durchgängig durch hauptamtliche Mitarbeiter besetzt werden. "Nur wer professionell arbeitet, kann Höchstleistungen vollbringen", heißt es in dem Konzept.

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5. Neue Stützpunktstruktur

Die bisher 204 Bundesstützpunkte und Bundesstützpunkte Nachwuchs sollen auf etwa 160 bis 170 reduziert werden. Die Zahl der Olympiastützpunkte soll von bisher 19 auf 13 sinken.

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6. Neue Ausrichtung der Kaderstruktur

Im "Olympiakader" sollen Sportler mit Medaillenpotenzial gezielt auf die nächsten Spiele vorbereitet werden (4-Jahres-Perspektive). Nachwuchsathleten mit Potenzial sollen im "Perspektivkader" gefördert werden (8-Jahres-Perspektive). Sportler im "Nachwuchskader" sollen langfristig an Perspektiv- und Olympiakader herangeführt werden.

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7. Verbesserte Bedingungen für Trainer

Die Situation der Trainer in Deutschland soll verbessert und eine langfristige Perspektive geschaffen werden. Dies soll unter anderem durch ein einheitliches Berufsbild "Berufstrainer/in im Sport" sowie weitere Maßnahmen wie verbesserte Arbeitsverträge und Arbeitsbedingungen geschafft werden.

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8. Verbesserte Duale Karriere für Sportler

Die verbindliche Einführung einer langfristigen, individuellen Planung, flexibleren Angeboten und einer effizienteren Besetzung der Stellen bei Bundeswehr, Bundespolizei, Zoll u.a. soll die Absicherung der Sportler während und nach ihrer Karriere verbessern. Beispielsweise wird die Einführung einer bestimmten Anzahl an Studienplätzen für Leistungssportler empfohlen.