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Eisschnelllauf-WM
Anschütz-Thoms zur Halbzeit abgeschlagen

Eisschnelllauf-WM: Anschütz-Thoms zur Halbzeit abgeschlagen
Daniela Anschütz-Thoms muss ihre Hoffnungen auf eine WM-Medaille begraben. FOTO: Scanpix, AP
Heerenveen (RPO). Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms kann ihre Hoffnungen auf eine Medaille bei der Mehrkampf-WM in Heerenveen schon nach dem ersten Tag fast begraben. Die 35-jährige Erfurterin belegt nach einem Stolperer im 500-m-Rennen und einem mäßigen fünften Rang über 3000 Meter im Gesamtklassement zur Halbzeit nur den sechsten Platz. Die bärenstarke Konkurrenz auf den Podesträngen ist schon weit enteilt.

Die "ewige Vierte" Anschütz-Thoms war nach dem zweiten Rennen stocksauer über die schlechte Eisqualität. "Unfassbar, eine Katastrophe! Das war eine bodenlose Frechheit und einer WM nicht würdig. Ich bin einfach nur sauer", sagte sie mit Blick auf das hügelige und brüchige Eis. Anschütz-Thoms hatte im letzten Paar antreten müssen, als die Bedingungen besonders schlecht waren: "Ich war mal wieder angeschissen, und kein Schiedsrichter schert sich darum. Jetzt wird's wahrscheinlich wieder der vierte Platz. Aber so ein Pech gehört scheinbar zu mir." Proteste mehrerer Nationen nach dem Training am Samstagmorgen hatten die Kampfrichter ignoriert.

Auch für ihre Erfurter Teamkollegin Stephanie Beckert lief der erste Tag nicht optimal. Die dreifache Medaillengewinnerin von Vancouver, die wegen ihrer Sprintschwäche im Gesamtklassement chancenlos ist, verlor über 3000 Meter das Dauerduell mit Olympiasiegerin Martina Sablikova klar und musste sich in 4:05,62 Minuten hinter der Tschechin (4:03,59) und der Niederländerin Ireen Wüst (4:05,10) mit dem dritten Rang zufrieden geben.

In der Gesamtwertung liefern sich die führende Wüst sowie die Kanadierin Kristina Groves und 5000-m-Weltrekordlerin Sablikova ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Anschütz-Thoms hat vor dem 1500-m-Rennen am Sonntag bereits 2,30 Sekunden Rückstand auf den Bronze-Rang. Beckert ist 21.

"Jetzt wird es ganz schwer", hatte Anschütz-Thoms schon nach ihrem 500-m-Lauf auf den 15. Platz gesagt. Bundestrainer Markus Eicher hakte schon da die Goldmedaille ab, die "Schützi" vor dem Start nicht hatte ausschließen wollen: "Das war zu wenig. Groves und Sablikova sind weg, Wüst noch einzuholen, wird unglaublich schwer."

Langstreckenspezialistin Beckert hatte mit dem Sprint wie erwartet noch größere Probleme und belegte dort wie so häufig bei Mehrkämpfen den letzten Platz. Die Entscheidung fällt am Sonntag in den Rennen über 1500 und 5000 Meter.

(SID/seeg)
 
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