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Düsseldorf
Das sind die gefährlichsten Produkte

Düsseldorf. Kinder- und Damenschuhe sind immer noch häufig mit krebserregenden Stoffen belastet, sagt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -medizin. Die meisten mangelhaften Produkte kommen aus China, dicht gefolgt von Deutschland. Von Katrin Haas

Nur kurz den Laptop mit dem Netzgerät aufladen, die Handschuhe überstreifen oder den Föhn einschalten: In diesen alltäglichen Situationen erwarten die meisten Menschen keine Gefahr. Zu Unrecht, wie ein Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ergeben hat. Die Behörde hat ausgewertet, bei welchen Produkten eine Gefährdung für Verbraucher im vergangenen Jahr festgestellt worden ist.

Das jährliche Gutachten stützt sich auf Meldungen an das europäische Schnellwarnsystem Rapex, direkte Verbraucher- und Pressemeldungen sowie Produktrückrufe. Beinahe die Hälfte der an Rapex gemeldeten Produkte verstieß gegen das Produktsicherheitsgesetz. Gemeldet wurde besonders häufig Kleidung, bei der Grenzwerte für Farbstoffe oder Chrom VI überschritten wurde.

Produktgruppen Am gefährlichsten sind nach dem Gutachten der Bundesanstalt Fahrzeuge und Aufbauten, von denen sich Teile lösen könnten, gefolgt von den Bedarfsgegenständen für Heim und Freizeit. Auch Kosmetik und Spielzeuge rangieren auf den vorderen Plätzen. Ein Sechstel der gemeldeten gefährlichen Artikel sind speziell für Kinder hergestellt worden. Im Vergleich zu 2013 sind weniger Elektrogeräte erfasst worden. Davon sind in der Vergangenheit besonders Ladegeräte wie beispielsweise für den Laptop oder das Handy betroffen gewesen. Wenn der Verbraucher diese Ladegeräte nutzte, lief er Gefahr, einen elektrischen Schlag abzubekommen. In 2014 sind dafür vor allem Kinderschuhe wegen Mängeln aufgefallen. Negativ aufgefallen sind auch einige Tätowierfarben.

Gefahr Unsichere Waren können für den Kunden, besonders schnell für Kinder, gefährlich werden. Diese könnten an einigen Spielzeugteilen ersticken. Gefährlich sind auch solche Produkte, bei denen sich Teile lösen können, und die dann durch den Raum geschleudert werden. Mit den Haaren in den Föhn oder dem Schal in Richtung Kreissäge gezogen werden: auch solche Situationen können durch unzureichend gesicherte Gegenstände geschehen. Verbraucher liefen je nach genutztem Produkt Gefahr, einen elektrischen Schlag zu bekommen oder in Brand zu geraten.

Belastung durch Chrom Im Jahr 2013 registrierte die Bundesanstalt einen enormen Anstieg an Produkten, in denen die Grenzwerte für Chrom VI überschritten wurde, das betraf besonders Lederwaren. Darunter fielen hauptsächlich Damenschuhe, Handschuhe, Kleidung und Accessoires wie Gürtel oder Armbänder aus Leder.

Im Jahr 2014 sind die gemeldeten Fälle immerhin leicht gesunken. Rund die Hälfte aller aufgefundenen Konsumartikel mit erhöhtem Chrom-VI-Anteil stammt aus China. Der Stoff ist giftig und wirkt sowohl krebserzeugend als auch genverändernd.

Herkunftsländer Von den 209 an das Schnellwarnsystem Rapex gemeldeten mangelhaften Produkten sind 27,3 Prozent in China hergestellt worden. Dieser Anteil ist gegenüber den Vorjahren deutlich gesunken, der Anteil der aus Deutschland stammenden Produkte ist dagegen um acht auf 22,5 Prozent gestiegen. 13,9 Prozent stammten aus den USA. Die gefährlichen Gegenstände für Heim, Freizeit und Spielzeuge stammen vor allem aus China, andere gefährliche Gegenstände für Kinder wie zum Beispiel Kleidung wurde in Deutschland hergestellt.

Fazit Im Vergleich zum Vorjahr sind die Produktwarnungen und Rückrufe im Jahr 2014 um 20 Prozent auf 144 Fälle gestiegen. Besonders Kleidung, Spielzeuge und Autos sind wegen negativen Folgen für die Gesundheit aufgefallen und teilweise vom Markt genommen worden.

Quelle: RP
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