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Berlin
In Deutschland gibt es knapp eine Million Leiharbeiter

Berlin. Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten als Leiharbeiter. Mit 961.000 Leiharbeitnehmern gab es im vergangenen Jahr einen Höchststand, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zeigt. Im Vorjahr war die Zahl noch um rund 50.000 niedriger gewesen.

Das mittlere Bruttogehalt von Leiharbeitnehmern lag bei 1700 Euro - deutlich unter dem Durchschnittsgehalt. "Im Vergleich dazu lag der Mittelwert bei allen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten bei 2960 Euro", so die Regierung. Fast zwei von drei Leiharbeitern arbeiteten zu besonders niedrigen Löhnen. Sie lagen unter der Niedriglohnschwelle von rund 1970 Euro, dem Lohn, der zwei Drittel des mittleren Gehalts der Beschäftigten entspricht. Etwa 5,7 Prozent der Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf ergänzende Leistungen und stocken ihr Einkommen mit Hartz IV auf. Nur jedes vierte Leiharbeitsverhältnis besteht neun Monate oder länger. Etwa 15 Prozent dauern 15, zwölf Prozent etwa 18 Monate.

Noch im September sollen die parlamentarischen Beratungen eines Gesetzentwurfs von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zur Eindämmung von Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen beginnen. Der Entwurf sieht vor, dass Leih- oder Zeitarbeitnehmer künftig nach neun Monaten genauso wie Stammbelegschaften bezahlt werden. Sie sollen höchstens 18 Monate im selben Betrieb arbeiten dürfen, ohne übernommen zu werden. Abweichungen per Tarifvertrag sollen möglich bleiben.

(dpa)
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