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Angeschlagene Fluglinie
Air Berlin vermeldet Rekordverlust

Air Berlin: Angeschlagene Fluglinie vermeldet Rekordverlust
Eine Maschine von Air Berlin startet am Flughafen Berlin-Tegel (Archivfoto). FOTO: dpa, jannis mattar htf tmk
Berlin. Air Berlin rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr machte die angeschlagene Fluggesellschaft einen Rekordverlust von etwa 782 Millionen Euro. 

Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, machte Air Berlin 2016 damit noch einmal mehr als 300 Millionen Euro mehr Verlust als im Vorjahr. 2015 waren es noch knapp 447 Millionen Euro gewesen. Laut Air Berlin trugen zu dem Rekordminus einmalige Wertminderungen und Restrukturierungskosten bei.

Auch der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro. Dazu trug bei, dass Air Berlin seine Kapazität senkte. Das Management sieht als Ursache auch die Terrorgefahr am östlichen Mittelmeer, die zu einem Verfall der Ticketpreise geführt habe.

Air Berlin schreibt mit einer Ausnahme seit 2008 rote Zahlen. Die Airline befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau, so soll etwa die Flotte nahezu halbiert werden. 

2017 begann ebenfalls mit roten Zahlen. Von Januar bis März stand unterm Strich ein Minus von 293,3 (Vorjahr: -182,3) Millionen Euro. Trotzdem sei man in der Lage, die Restrukturierung fortzusetzen, betonte das Unternehmen.  "Es ist normal, dass man bei einem Umbau dieser Größenordnung erst durch ein Tal schreitet, bevor die Verbesserungen spürbar werden", sagte Finanzchef Dimitri Courtelis. Vor dem zweiten Halbjahr werde sich die geschäftliche Performance nicht verbessern. 

Air Berlins Großaktionär Etihad stärkte Winkelmann den Rücken und sicherte weitere Unterstützung zu. "Die Finanzergebnisse zeigen, dass substantielle Arbeit geleistet werden muss, aber ich glaube daran, dass die im September 2016 vorgestellte Strategie die richtige ist", teilte Etihad-Chef James Hogan mit.

Das Unternehmen hatte im Herbst seinen Umbau angekündigt. 38 Mittelstreckenjets samt Personal sind nun an den Lufthansa-Konzern vermietet. Das Touristikgeschäft soll auf Basis der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in einem Bündnis mit Etihad und dem Ferienflieger Tuifly aufgehen. Immer wieder gibt es Spekulationen über eine weitergehende Kooperation mit der Lufthansa.

 

(kess/dpa)
 
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