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Steueraffäre: Reinhold Messner: Mein Freund Zumwinkel

VON JÜRGEN STOCK - zuletzt aktualisiert: 16.02.2008

Bozen (RP). Bergsteiger-Legende Reinhold Messner erfährt in seinem Bozener Büro durch einen Anruf unserer Zeitung vom Rücktritt Zumwinkels. „Für mich ändert sich dadurch gar nichts, er wird immer ein guter Freund bleiben“, bekräftigt der Südtiroler. „Ich weiß nicht, wer den Skandal aufgebracht hat, aber ich bin überzeugt, dass Zumwinkel nichts verbrochen hat. Da ist etwas um ihn herum konstruiert worden.“ Und noch aus einem anderen Grund kann Messner sich nicht vorstellen, dass der in Rheinberg geborene Spitzen-Manager illegal Millionen nach Liechtenstein verschoben hat: „Der hatte doch genug Geld. Der hätte doch eigentlich gar nicht mehr arbeiten müssen.“

Die deutsche Wirtschaft, so Messner weiter, habe dem ehemaligen Post-Chef viel zu verdanken. „Ich bin überzeugt, dass Zumwinkel einer der genialsten Manager war, den die deutsche Wirtschaft jemals hatte.“

Seit Jahren sind Messner (63) und der um ein Jahr ältere Klaus Zumwinkel Bergkameraden. Gemeinsam mit anderen Top-Managern wie Jürgen Schrempp, Wolfgang Reitzle und Hubert Burda haben die beiden rund ein halbes Dutzend Gipfel der Alpen, darunter auch den Ortler, erstiegen. „Similaun“-Gruppe nennt sich die Seilschaft – benannt nach dem Südtiroler Gletscher, der 1991 die Steinzeit-Mumie „Ötzi“ freigab.

Als Bergsteiger, so Messner weiter, sei Zumwinkel „immer integer und hundertprozentig verlässlich“ gewesen. „Er war ein Macher, zeigte stets großen Einsatz, dabei aber auch viel Feingefühl. Er dachte immer an die Mannschaft.“ Messner: „Er genießt meine volle Solidarität. Ich werde stets hinter ihm stehen.“

Messner freut sich schon auf weitere Bergtouren mit seinem Freund Zumwinkel: „Dazu wird er jetzt künftig ja wohl mehr Zeit haben.“

Reinhold Messner hat in seinem Leben alle Achttausender des Himalaya bestiegen. Er betätigt sich als Buchautor und Vortragsreisender. Für die Grünen saß er im Europa-Parlament. In seiner Heimatstadt hat er sich um die Einrichtung eines Bergmuseums bemüht. Dabei hat ihn Klaus Zumwinkel unterstützt.

Quelle: RP

 
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