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Abmahnwelle wegen Streaming
Jetzt meldet sich RedTube zu Wort

So erkennen Sie die Phishing-Mails
So erkennen Sie die Phishing-Mails FOTO: Screenshot
Düsseldorf. Zehntausende Kunden der Telekom haben Abmahnbriefe erhalten. Sie sollen sich illegale Sexvideos auf der Internetseite Redtube.com angesehen haben. Der Inhalt der verschickten Briefe ist juristisch höchst umstritten. Nun meldet sich erstmals der Betreiber von RedTube zu Wort. Von Nicolas Berthold

In einer Stellungnahme erklärt der Betreiber der Porn-Seite RedTube, dass der Inhalt der von der Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen massenhaft verschickten Abmahnbriefe haltlos ist. "Die Briefsendungen verletzen die Rechte der betroffenen User erheblich", schreibt das Unternehmen.

Einer der Streitpunkte in der Debatte um Urheberrechtsverletzungen durch Streaming auf RedTube: Wie ist die Kanzlei an die Kundendaten und IPs gekommen? In diesem Punkt erklärt RedTube: "Wir bekräftigen, dass das Unternehmen die Verwaltung aller Kundendaten sehr ernst nimmt und die höchsten Standards bei der Privatsphäre ansetzt."

"Auf unlautere Weise geschehen"

Und weiter: "Wir haben zu keinem Zeitpunkt Kundendaten an eine Kanzlei oder eine entsprechende Behörde weitergegeben. Es scheint so, dass dies auf unlautere Weise geschehen ist." RedTube habe darüber hinaus juristische Schritte eingeleitet, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für die Weitergabe der Daten verantwortlich sind.

"Die Verletzung der Privatsphäre deutscher RedTube-Kunden tolerieren wir nicht", wird Alex Taylor aus dem Geschäftsführerkreis des Unternehmens zitiert.

Abmahnungen sind umstritten

In diesem Zusammenhang geht es auch um die Frage, ob das Landgericht Köln bei der Herausgabe der Anschlussdaten nicht hinters Licht geführt wurde. Die Anträge hätten nicht deutlich gemacht, dass es um Internet-Streaming und nicht um illegale Tauschbörsen gehe, sagen Anwälte, die abgemahnte Anwender vertreten.

Die Abmahnungen sind somit in mehreren Punkten umstritten. Experten bezweifeln, dass das Abrufen von Videostreams überhaupt gegen das Urheberrecht verstößt. Außerdem sei die Webseite nicht eindeutig als illegal zu erkennen.

Gegenwehr ist in vollem Gange

Nun läuft die Gegenwehr. So soll die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Werdermann/von Rüden Strafantrag gestellt haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt offnebar gegen den Rechtsanwalt Daniel Sebastian, der am Landgericht Köln mit irreführend formulierten Anträgen zivilrechtliche Auskunft zu Anschlussinhabern bei der Deutschen Telekom erwirkt hatte. Mit diesen herausgegebenen Bestandsdaten operierte dann die Abmahnkanzlei U+C.

Von der Abmahnungswelle sind in Deutschland mehrere zehntausend Internetnutzer betroffen. Sie waren belangt worden, weil sie angeblich urheberrechtlich geschützte Sexfilme auf der Seite Redtube.com abgerufen hatten. Sie wurden aufgefordert, 250 Euro zu bezahlen und schriftlich zu versichern, das Vergehen nicht noch einmal zu begehen.

(rpo/mit Agenturmaterial)
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