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Festnetzanschluss
IP-Umstellung - was man dazu wissen muss

Telekom-Festnetzanschluss: IP-Umstellung - was man dazu wissen muss
Internet und Festnetz aus einer Hand. Bis 2018 will die Telekom alle Telefonanschlüsse auf die IP-Technologie umgestellt haben. FOTO: dpa, tsn
Düsseldorf. Die Deutsche Telekom hat es derzeit eilig. Bis 2018 sollen alle Festnetzanschlüsse in Deutschland auf IP-Telefonie umgestellt werden. Landet die Ankündigung im eigenen Briefkasten, herrscht oft Ratlosigkeit. Was hat es mit dieser "IP-Umstellung" eigentlich auf sich?

Viele Inhaber eines Festnetzanschlusses haben schon einen. Die Rede ist von einem IP-Anschluss. "IP", das steht für Internet Protocol und bedeutet im Zusammenhang mit dem Telefon, dass Gespräche nun als Datenpakete über das Internet geschickt werden.

Während neue Anschlüsse seit einigen Jahren schon nur noch mit IP-Technik zu haben sind, steht für manchen älteren Anschluss die Umstellung noch aus. Bis 2018 will etwa die Telekom die Umstellung abgeschlossen haben, Vodafone lässt sich bis 2022 Zeit.

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  • Warum wird umgestellt, und wer ist betroffen?

"Grundsätzlich sind alle Festnetzanschlüsse betroffen", sagt Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Das heißt: alle analogen oder ISDN-Festnetzanschlüsse mit Internetzugang bei Telekom und anderen Anbietern wie O2, 1&1, Vodafone oder easybell. Wer Telefon und Internet über das Fernsehkabel bekommt, ist nicht betroffen.

  • Und warum wird umgestellt?

Laut Telekom, weil für die alte analoge Telefontechnik und für ISDN keine Ersatzteile mehr lieferbar sind.

"Letztendlich geht es für die Telekom darum, Kosten zu sparen, denn ein auf IP-Basis realisiertes Telefonnetz lässt sich viel einfacher zentral verwalten als die bisherigen Netze", so Kuch.

Auch die Wartungskosten spielen eine Rolle, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Parallele Netze sind eben teuer.

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  • In welchen Fällen wird eine Umstellung nötig?

Wer jetzt seinen Tarif wechselt, wird laut Alexander Kuch etwa bei der Telekom ohnehin umgestellt.

Ein anderer Weg ist die fristgerechte Kündigung. Hier erhalten Anschlussinhaber rund vier Monate vor Ablauf der Vertragszeit ein Schreiben von der Telekom. Darin wird die Umstellung erklärt und auf neue Tarifoptionen hingewiesen. Beim Anbieter 1&1 wird per Brief, E-Mail und Anruf informiert.

  • Was passiert bei einer IP-Umstellung? Und merkt man es überhaupt?

"Bei der Umstellung wird die Telefonie von der klassischen Telefonleitung auf die Internetverbindung verlegt", sagt Halm.

Allgemein kommt es bei der Neuerung zu einer kleinen Versorgungsunterbrechung von wenigen Minuten. "Die Telekom führt die Umstellung nur nach Vorankündigung durch und meist mitten in der Nacht. Der Kunde merkt also in der Regel nichts", so Kuch.

"Von der tatsächlichen Umstellung nach dem Tarifwechsel bemerkt der Kunde an sich nichts", sagt auch 1&1-Sprecherin Kerstin Perkert. Außer vielleicht etwas bessere Sprachqualität, falls beide Gesprächsteilnehmer Geräte mit HD-Voice-Funktion haben.

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  • Welche Nachteile hat die IP-Telefonie?

Fällt der Strom aus, kann auch nicht mehr telefoniert werden. Dann kann auch die 110 oder 112 im Notfall nicht erreicht werden. Das klassische Telefonnetz hat eine eigene Stromversorgung, die auch bei einem Blackout des eigenen Stromanbieters weiter funktioniert.

Probleme gibt es möglicherweise auch mit spezieller Hardware wie Hausnotruf- oder Aufzugnotruf-Systemen. "Ob diese nach der Umstellung noch am IP-Anschluss nutzbar sind, erfährt der Kunde entweder beim Hersteller des Systems, beim Pflegedienst-Anbieter oder bei der Telekom", sagt Kuch.

  • Ist für einen IP-Anschluss ein neues Telefon nötig?

Wer nur ein Telefon an der TAE-Dose ganz ohne Internet nutzt, muss gar nichts machen. Hier stellt die Telekom den Anschluss netzseitig auf die All-IP-Technik um. "Selbst alte Telefone aus der analogen Zeit funktionieren noch am IP-Anschluss. Auch Wählscheiben-Telefone", sagt Alexander Kuch.

Halm ergänzt: "Grundsätzlich sind Geräte, die in den letzten Jahren angeschafft worden sind, in der Lage, die neue Technologie umzusetzen."

Wer im Zuge der Umstellung seine Telefonanlage modernisieren will oder noch keinen IP-fähigen Router hat, findet im Fachhandel Ersatz. Die Telefonunternehmen bieten häufig auch Mietgeräte an.

Vorteil: Sie sind meist schon für Telefon- und Netzzugang konfiguriert und werden bei Defekten ersetzt. Nachteil: Beim eigenen Router können Nutzer mehr Einstellungen wählen, etwa für günstigere Anrufe ins Ausland.

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  • Ist mit der Umstellung auch ein neuer Tarif nötig?

Das kommt auf den Anbieter an. Bei 1&1 etwa muss ein Komplettangebot mit Telefon und Internet gebucht werden. "In der Regel ist für die IP-Umstellung ein Tarifwechsel aber nicht notwendig", sagt Kuch.

Die Telekom etwa nutze die Umstellung manchmal aber dazu, um den Kunden einen neuen Tarif anzubieten. Der Tipp vom Experten: In Ruhe Preis und Konditionen vergleichen. Vielleicht lohnt sich ja im Zuge der Umstellung ein Anbieterwechsel.

(csr/dpa)
 
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