Wintergemüse
So sexy ist Kohl
Wintergemüse: So sexy ist Kohl
Kohl zählt zu den gesündesten Lebensmitteln, die man im Winter zu sich nehmen kann. FOTO: dpa, Andrea Warnecke
Düsseldorf. Eine Vitaminbombe aus der Mittelmeerregion mit enormen Heilkräften - wer das hört, denkt wohl kaum an Kohl. Dabei gehört das Gemüse zu den Wundermitteln der weltweiten Gemüseäcker. Helfen kann er sogar gegen Krebs. Wir erklären, warum. Von Susanne Hamann

Kohlgemüse gibt es in vielen verschiedenen Varianten: Groß, grün, violett, rund oder spitz - in den Supermarktregalen ist vom Grünkohl über Brokkoli bis zum Chinakohl alles zu finden. Gemeinsam ist ihnen allen vor allem ihre enorme Wirkung auf die Gesundheit.

Vitamine C, A und B

Mit seinem hohem Vitamin-C-Gehalt ist der Kohl der Vitamin-Spitzenreiter unter den Gemüsen. Schon 250 Gramm Weißkohl reichen aus, um den Tagesbedarf an Vitamin C zu decken. Zudem enthält er jede Menge Vitamin A, B und Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium, die alle gut für ein starkes Herz sind. Damit nicht genug: 100 Gramm Grünkohl bieten so viel Eisen wie die gleiche Menge an Schweinekotelett, und sind damit eine ideale Fleischalternative für Vegetarier und Veganer.

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Kraftprotz gegen Krebs 

Als besonders wichtige Stoffe im Kohl haben sich außerdem die Glukosinolate erwiesen. Eigentlich helfen sie der Pflanze, sich selbst vor Fressfeinden, Bakterien oder Pilzen zu schützen. Für den Menschen haben diese so genannten sekundäre Pflanzenstoffe allerdings eine krebshemmende Wirkung. Des Weiteren können sie bei Sodbrennen und Entzündungen der Magenschleimhaut und der Speiseröhre helfen.

In die gleiche Kategorie von Hilfsstoffen für den Menschen fallen die Carotinoide, die beim Kohl für die gelbe und rote Farbe sorgen. Sie wirken antioxidant und schützen den menschlichen Körper somit vor freien Radikalen, die Gewebe und Organe angreifen. Antioxidantien stärken das Immunsystem und schützen die Zellen vor einer Schädigung des Erbmaterials. Mehrere Studien zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Kohl vor Magen- und Darmkrebs schützen kann.

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Kein deutsches Gewächs

Wegen seiner heilenden Fähigkeiten ist das Kohlgemüse schon seit der Antike bekannt. Im alten Griechenland gab man das Wintergemüse gegen Frauenleiden und gegen Darminfektionen. Allerdings ist die Kohlsorte eine andere gewesen. Entgegen dem allgemeinen Glauben ist der Kohl kein typisch deutsches Gemüse, sondern stammt vom Wildkohl ab, der in der Mittelmeerregion beheimatet ist. In vielen dieser Länder wächst diese Urform des Kohls bis heute.

Erst im Mittelalter trat der Kohl seine Wanderung Richtung Deutschland an. Vor allem in Norddeutschland gedeiht er wegen des feuchten Klimas bis heute sehr gut. Aber auch in anderen Regionen hat der Kohl Tradition. So zum Beispiel im Baden-Württembegrischen Fildern. Hier findet noch alljährlich im Oktober das größte Kohlfest Deutschlands, das Filderkrautfest statt.

So sexy kann Kohl sein

Im Mittelalter sagte man dem Kohl auch aphrodisierende Wirkung nach. Diese Anwendung ist inzwischen aufgrund des Geruchs und den weniger angenehmen Begleiterscheinungen des Kohls jedoch quasi verschwunden. Dabei können einfache Hausmittelchen dem Geruch schnell beikommen. Beim Kochen einfach einen Schuss Essig mit in den Kochtopf geben, schon bleibt der Kohlmief in der Wohnung aus. Wer sich dann noch Sorgen um die Gase macht, die sich beim Verzehr von Kohlgemüse oft im Magen-Darm-Trakt regen, der kann mit Kümmel nachhelfen. 

Ein ordentlicher Schuss von dem Gewürz ans Essen wirkt entkrampfend und sorgt dafür, dass Winde leichter abziehen können. Alternativ bietet sich auch ein Fenchel-Anis-Kümmel-Tee nach dem Essen an. Die ätherischen Öle des Kräuter-Tees entfalten sich im Körper und beruhigen den Darm. 

Kohl rund um den Globus

Ägypten, Australien und Norwegen - Kohlgemüse wird inzwischen auf allen Kontinenten angebaut. So sind Kohl und Lamm die Hauptbestandteile des norwegischen Gerichts Fårikål ("Lamm in Kohl"). Sogar im brasilianischen Nationalgericht Feijoada befinden sich Schweinefleisch, Bohnen und Kohl.

In den osteuropäischen Ländern gehört das Kohlgemüse traditionell in den Kochtopf. Die Ukrainer nehmen ihn für den Borschtsch. In Russland gehört er ins Schtschi, also in die russische Kohlsuppe aber auch an die Kohlroulade. Auch in der Türkei sind Kohlrouladen bekannt, außerdem Weißkrautauflauf oder gebratener Blumenkohl. Und die Portugiesen verwenden Grünkohl für die berühmte Cremesuppe "Caldo verde".

In China wird seit Jahrtausenden Chinakohl verwendet. In Korea benutzt man Pak Choi für das Nationalgericht Kim Chi. In Japan heißt er dann Japankohl. Die Inder essen gerne frittierten Blumenkohl und geben gehackten Kohl in vegetarische Gerichte. Und in den USA darf zu Burger und Pommes der Cole Slaw - eine Mischung aus Weißkohl und  Mayonaise - keinesfalls fehlen.

Quelle: anch/ham
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