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Fipronil-Skandal
Belastete Eier verunsichern die Niederländer

Fipronil-Skandal: Belastete Eier verunsichern die Niederländer
Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA werden rund eine Million Eier aus einer Geflügelfarm in Onstwedde (Niederlande) zerstört, weil sie mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind. FOTO: dpa, sab
Düsseldorf. Die meisten der mit Fipronil belasteten Eier kommen aus Betrieben in den Niederlanden. Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Eier aus dem Handel zurückgerufen und vor dem Verzehr gewarnt. Verbraucher sind verunsichert. Von Antje Seemann

Ein Satz, der große Wirkung hat: "Wenn jemand sagt, er kann auch leben, ohne am Sonntag ein Ei zu essen, würde ich das empfehlen", zitieren niederländische Medien Freek van Zoeren von der niederländischen Behörde für Lebensmittelsicherheit NVWA (Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit). Wenig später rudert die Behörde aber wieder zurück. Es seien nur die Eier gemeint gewesen, die aus den Betrieben mit den veröffentlichten Codes kommen.

Die Behörde hatte die Codes der Betriebe aufgelistet und ausdrücklich gewarnt, belastete Eier zu essen. Laut der NVWA sei bei diesen Eiern der Fipronil-Gehalt höher als die zulässige Grenze, die Kinder täglich über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen dürfen. In einem Fall sei der Gehalt sogar so hoch, dass auch bei erwachsenen Menschen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Auch andere Lebensmittel werden untersucht

Die NVWA kündigte an zu untersuchen, in welchen anderen Lebensmitteln die belasteten Eier verwendet wurden – zum Beispiel in Majonäse, Eis, Brot, Kroketten, Pasta und Pfannkuchen. Ein Toxikologe der Universität Utrecht hatte zwar laut "Algemeen Dagblad" gesagt, die Menge in diesen Produkten sei "vernachlässigbar". Überprüft werden sie dennoch.

Supermärkte haben inzwischen den Verkauf von Eiern mit den genannten Codes gestoppt – auch in Deutschland, denn auch hier sind belastete Eier aus den Niederlanden aufgetaucht. Die größte niederländische Supermarktkette Albert Heijn hat am Donnerstag 14 Eiersorten vorsorglich aus den Regalen genommen, schreibt das "Algemeen Dagblad", weiter.

Hintergrund: Die schlimmsten Lebensmittel-Skandale FOTO: Ewa Studio/ Shutterstock.com

Demnach beläuft sich der finanzielle Schaden für den Handel auf mehrere Millionen Euro. Die betroffenen Betriebe bleiben wohl auch auf dem finanziellen Schaden sitzen. Die Bauern, deren Betriebe betroffen sind, müssen sich laut der Zeitung "Volkskrant" nun überlegen, ob sie ihre Hühner töten und wieder von vorn Anfangen oder mehrere Monate warten, bis der Stoff aus den Tieren verschwunden ist.

 
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