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Hochhausdschungel
Grünes Singapur

Natur und Hochhausdschungel liegen in Singapur nah beieinander, denn der Inselstaat will die grünste Stadt der Welt werden. Die Symbiose von Technologie und Natur gelingt. Von Antonia Kasparek

Singapur - über fünf Millionen Menschen leben in der pulsierenden Glitzermetropole - und es werden immer mehr. Der Stadtstaat ist eines der dichtest besiedelten Gebiete der Welt. Platz ist Mangelware, denn flächenmäßig ist Singapur kleiner als Hamburg. Dazu besuchen etwa 15,2 Millionen Touristen aus aller Welt pro Jahr den Inselstadtstaat. Deutschland ist dabei ein wichtiger Markt: "Singapur ist sehr beliebt bei deutschen Urlaubern. Die Löwenstadt ist eines der kulturell interessantesten Reiseziele der Welt und eine ideale Einsteiger-Destination für Asien", sagt Brigitte Fleischauer vom Singapore Tourism Board in Frankfurt. "Sie ist zudem eine der fortschrittlichsten und sichersten Metropolen der Welt. Das spiegelt sich in dem wachsenden Touristenstrom wider."

Was also tun, um dem Menschenzustrom Herr zu werden? Wenn eine Stadt sich nicht mehr in der Breite vergrößern kann, muss sie in die Höhe wachsen. Ein Wolkenkratzer schießt daher in Singapur neben dem nächsten aus dem Boden. Doch wer deshalb nur eine Aneinanderreihung steriler Hochhausbauten erwartet, wird überrascht sein: Natur und Großstadtdschungel liegen in der Metropole erstaunlich nah beieinander. Der nächste Park ist in Singapur oft nur wenige Minuten entfernt, überall gibt es Grün. Nahezu alle Straßen sind gesäumt von hohen, tropischen Bäumen und es gibt bepflanzte Grünstreifen. Von vielen Gebäuden hängen Pflanzen herab, viele Hausdächer sind begrünt - denn für die Pflanzen gilt das gleiche Motto: Wo sie nicht mehr in die Breite wachsen können, müssen sie in die Höhe gebracht werden. Vertikale oder in luftiger Höhe installierte Balkon- und Kräutergärten, wie im Hotel Parkroyal, zeigen, wie man die Idee vom Grünen in ein modernes Designkonzept integriert.

Singapur, die Stadt der vielen Dörfer FOTO: dpa, zeh

Doch damit nicht genug, denn Singapur verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: eine "grüne Revolution". Aus dem Betondschungel soll eine wahre Oase werden - die grünste Stadt der Welt, eine "City in a Garden". Die Regierung hat nämlich Nachhaltigkeit als Standortvorteil erkannt. Es geht jetzt nicht mehr nur darum, so hoch wie möglich zu bauen, sondern auch so grün es geht. Kontrollierte Natur, die die Lebensqualität der Menschen erhöhen soll.

Am auffälligsten wird diese perfekte Symbiose zwischen Natur und Technologie bei den "Gardens by the Bay" - direkt gegenüber der Skyline des Finanzdistrikts an der Marina Bay gelegen. Künstliche Supertrees (Superbäume) sind der Kern der riesigen futuristischen Parkanlage. Die bis zu 50 Meter hohen Stahl- und Betonkonstruktionen sind mit verschiedenen Pflanzenarten begrünt. Diese spannende Kombination aus Architektur und Botanik ist aber nicht nur optisch ein Hingucker - in den Supertrees wird zudem Regenwasser gesammelt und durch Solaranlagen der Strom für die imposante Nachtbeleuchtung erzeugt. Die Gardens by the Bay beherbergen zudem zwei gigantische Gewächshäuser. In einem rauscht ein 35 Meter hoher künstlicher Wasserfall in die Tiefe und sorgt für das typisch feuchte Klima, in dem Orchideen und Farne zu Hause sind.

Viele Orchideensorten findet man auch in der populärsten Oase der Stadt: Der Singapore Botanic Garden beheimatet mehr als 10.000 tropische Pflanzenarten und die bedeutendste Sammlung an Palmen, Palmfarnen, Orchideen und Ingwerwurzeln in der ganzen Region. Die über 150 Jahre alte Parkanlage gehört seit Juli 2015 zum Unesco Weltkulturerbe.

Eine richtige Auszeit vom Großstadtrummel kann man sich bei einem Ausflug zur Insel Pulau Ubin nehmen. Nur zehn Minuten dauert die Überfahrt mit dem "Bumboat" vom Fährterminal Changi Point - und schon ist man in einer anderen Welt. Kein Wolkenkratzer ist von dort aus zu sehen. Die Besucher können auf einem Stelzenweg durch das Naturschutzgebiet Pie Chek Jawa Wetlands spazieren oder auf den 20 Meter hohen Aussichtsturm steigen und den Blick über Mangrovenwälder und Lagunen schweifen lassen. Vor allem Vogelbeobachter zieht es in diese natürliche Idylle. Allerdings sieht man außer vielen anderen tierischen Inselbewohnern noch viel größere "Vögel": Südlich von Ubin liegt die Einflugschneise zum Flughafen Singapur - so ganz raus aus der Metropole ist man dann doch nicht.

Die Redaktion wurde von Singapore Airlines und dem Singapore Tourism Board zu der Reise eingeladen.

Quelle: RP
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