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"Turnschuh-Trekking" und Tauchen
Wandern durch den Insel-Dschungel

Tioman: Wandern durch den Insel-Dschungel
Tioman: Wandern durch den Insel-Dschungel FOTO: dpa, Christian Röwekamp
Tekek . Tioman vor der Ostküste der malaiischen Halbinsel ist als Reiseziel nicht so bekannt wie Langkawi und Penang an der Westküste. Doch auch auf dieser steil aus dem Meer ragenden Insel spielt der Tourismus die Hauptrolle - mit lässigen Strandtagen, Tauchgängen und Urwaldtouren. Von Christian Röwekamp

Der Streifen Land zwischen dem südchinesischen Meer und den Bergen ist nicht breit, für einen 18-Loch-Golfplatz aber hat es gereicht. Es ist kurz vor 9 Uhr am Morgen, die Sonne brennt erbarmungslos auf die Insel Tioman herab. Feuchte, schwere Tropenluft drückt auf das gepflegte Grün und die Sandbunker. Yazid Yunus legt einen Schritt zu, der Touristenführer möchte schnell über den Platz und hinein in den Dschungel - nicht nur, um kein Ziel für verirrte Golfbälle abzugeben, sondern auch weil es dort deutlich kühler ist.

Gut ein Dutzend Urlauber begleiten Yunus an diesem Tag, vor allem Chinesen, aber auch ein paar Australier und Europäer sind dabei. Rucksackreisende auf großer Südostasien-Tour legen auf Tioman gerne einen längeren Stopp ein, aus den Metropolen Singapur und Kuala Lumpur kommen Urlauber für verlängerte Wochenenden eingeflogen.

Nur eine Straße

Sie alle schätzen die Ruhe auf einer Insel, auf der es nur eine Straße gibt. Die meisten Hotels sind vom Fähr- und Flughafen im Dorf Tekek aus lediglich mit Wassertaxis erreichbar. Viele Gäste kommen zum Tauchen und Schnorcheln - das Golfen und die Halbtagestouren in den Regenwald gehören zu den wenigen Aktivitäten abseits der Strände.

Ein kleiner Wasserfall ist das Ziel des Urwaldausflugs mit Yazid Yunus. Rund 170 Höhenmeter sind zu bewältigen, an einigen steileren Stellen helfen Seile beim Aufstieg. Mangos und Baumwolle hängen an den Ästen, auch Durians wachsen hier, die bei den Malaiien so beliebten Käsefrüchte mit ihrem penetranten Duft. Riesige Ameisen krabbeln über den Pfad, ab und zu huscht ein Chamäleon durchs Geäst.

Manche Bäume legen die Wurzeln so über die in den Hang verstreuten Granitfelsen, dass sie wie überdimensionale Pythonschlangen aussehen. An einem rund 40 Meter hohen Baum hält Yazid kurz an und schlägt mit einem schweren Stein auf das weiche Holz. Dumpf dröhnt es durch den Dschungel. "Das ist noch zwei Kilometer weit zu hören", sagt Yazid.

Die meisten Hotels auf Tioman liegen an der Westküste, sind also dem mehr als 40 Kilometer entfernten Festland zugewandt. Das Meer fällt an vielen Stellen flach ab eignet sich damit auch für Familien mit Kindern zum Plantschen.

In Tekek lassen sich Motorräder und -roller leihen. Die Straße quer über die Insel führt durch die Berge nach Kampong Juara an der Ostküste, wo es ein halbes Dutzend Unterkünfte und einen weiteren schönen Strand gibt. An der Westküste dagegen endet der geteerte Weg südlich des Golfplatzes. Zu Fuß geht es von dort zu einem Ort, an dem die Nester von Seeschildkröten geschützt werden - die Sultansfamilie des Bundesstaates Pahang, zu dem Tioman gehört, hat dort im Jahr 2009 die Schutzstation TAT Turtle Sanctuary gründen lassen.

Auf dem Rückweg aus dem Regenwald stoppt Yazid Yunus an einem Gummibaum. Vorsichtig ritzt er mit einem langen Messer in die Rinde, rasch quillt eine weiße Milch heraus. "Das ist Naturkautschuk", erklärt Yazid. Malaysia ist weltweit einer der größten Produzenten dieses Rohstoffs für die Gummiproduktion - auf Tioman allerdings ist auch das Anzapfen der Bäume fast nur noch eine Touristenattraktion.

(dpa)
 
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