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Duisburg: Der Mond spielte Verstecken

VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 17.06.2011

Duisburg (RP). 40 Frauen, Männer und Kinder kamen zur Rudolf-Römer-Sternwarte, um die Mondfinsternis zu beobachten. Auch wenn ihnen die dichte Wolkendecke einen Strich durch die Rechnung machte – interessant war es trotzdem.

Vereinsmitglied Klaus Möller beim Justieren des Teleskops. Geduldig beantwortete er Fragen zu Geräten, Brennweiten und Fotografien. Foto:
Vereinsmitglied Klaus Möller beim Justieren des Teleskops. Geduldig beantwortete er Fragen zu Geräten, Brennweiten und Fotografien. Foto:

Rheinhausen Staunend blickten die Besucher der Rudolf-Römer-Sternwarte durch das Teleskop, immer schön der Reihe nach. Bis 21.30 Uhr waren alle 40 Personen auf dem Dach des Krupp-Gymnasiums angekommen, die sich zur Beobachtung der Mondfinsternis angemeldet hatten. Leider machte eine dichte Wolkendecke die Observation bis 23 Uhr fast unmöglich. "Danach konnten wir allerdings den Austritt aus dem Kernschatten beobachten", sagte Rolf Hembach, der Vorsitzende des Vereins Rudolf-Römer-Sternwarte, gestern. "Ich hatte so etwas befürchtet. Aber es ist trotz der schlechten Bedingungen und des tiefen Mondstands noch super gelaufen."

Info

Mondfinsternis

Dieses Bild wurde am Mittwochabend in Diegelsberg aufgenommen. Astrologiefans konnten die totale Mondfinsternis nur in einigen Regionen Deutschlands gut verfolgen. Am besten waren die Bedingungen im Südwesten und in Teilen Bayerns.

Testblick auf den Wasserturm

Dafür konnten die Vereinsmitglieder zuvor eindrucksvoll die Brennschärfe der Linsen demonstrieren. Beim Testblick durch das Okular des "Maede LX50 EMC"-Teleskopes auf den entfernten Wasserturm konnte man jeden kleinsten Riss im Ziegel, jeden Mörtelspritzer erkennen. "Faszinierend, aber auch beängstigend", war das einstimmige Fazit der Besucher.

Die fünfjährige Helena Sommer war die Jüngste, die bis zum späten Mittwochabend ausgeharrt und auf ein Aufreißen der Wolkendecke gehofft hatte. Leider musste sie nach Hause, bevor etwas zu sehen war. Ihr Großvater Norbert Fuchs hatte Helena und ihren Bruder Max (8) zur Beobachtung mitgenommen. "Die beiden waren so aufgeregt, sie konnten schon drei Tage vorher nicht mehr schlafen. Jetzt sind sie schwer enttäuscht, dass man nichts sehen konnte", gestand der Senior etwas zerknirscht. Für die wissbegierigen Enkel hätten auch die übrigen Großeltern gern eigenhändig die dichte Wolkendecke, die den Blick auf den blutroten Mond verdeckte, beiseitegeschoben.

Léon Bamesreiter (12) ist begeisterter Nachwuchs-Astronom. Am Mittwochabend musste er jedoch nach Hause, bevor die Wolkendecke die Sicht auf den Mond kurz nach 23 Uhr freigab. Foto:

"Als Großstadt-Astronomen sind wir Kummer gewohnt. Aber wenn uns schon einmal so etwas angeboten wird, schauen wir hin", sagte Rolf Hembach. Dabei hatten sich die Beobachter optimal vorbereitet. Erfahrene Mitglieder trugen "beobachtungserprobtes", sprich: besonders bequemes Schuhwerk, das sie extra aus dem Keller hervorgekramt hatten.

Alternativprogramm

Während Hembach einigen Besuchern auf der höchstgelegenen Plattform als Alternativprogramm astrologisches Grundlagenwissen vermittelte, kümmerte sich Vereinsmitglied Klaus Möller um die Besucher auf der Dachterrasse. Geduldig beantwortete er Fragen zu den Geräten, Brennweiten, Fotografien und dem aufwendigen Nachjustieren. "Heute gibt es Geräte mit Computersteuerung, aber unsere Schätzchen sind schon über 20 Jahre alt", so Möller stolz.

Insbesondere die alternative Betrachtung des Saturn begeisterte die Besucher. "Die letzten sind um ein Uhr nachts gegangen. Die haben richtig Blut geleckt", freute sich Hembach gestern beim Rückblick auf die Veranstaltung.

Foto
Bei guter Sicht Foto:
Quelle: RP


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