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Düsseldorf
Öko-Jagdverband spricht sich für Katzensteuer aus

Düsseldorf. Ein Jahr nach Inkrafttreten des geänderten nordrhein-westfälischen Jagdrechts gibt es aus Sicht von Öko-Verbänden noch Korrekturbedarf. Zwar hätten Privatleute nun die Möglichkeit, auf ihren Eigentumsflächen aus ethischen Gründen grundsätzlich keine Jagd zuzulassen. Allerdings werde der Wille des Gesetzgebers von den Unteren Jagdbehörden systematisch blockiert, kritisierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Nabu) in Düsseldorf. Antragsteller seien einem "Spießrutenlauf" durch Kreisbehörden mit übertriebenen Verwaltungshürden, hohen Gebühren und häufiger Ablehnung ausgesetzt. Dies müsse per Erlass beendet werden.

Viele andere Neuregelungen -etwa das Abschussverbot für Katzen - hätten sich dagegen bewährt. Zwar stellten Katzen Vögeln nach, allerdings seien die ökologischen Auswirkungen auf den Naturhaushalt gering. Der Ökologische Jagdverband spricht sich dagegen für eine Katzensteuer aus, um eine ausufernde Population mit negativen Auswirkungen für Bodenbrüter einzudämmen. "Die Katze gehört nicht in den Naturhaushalt, das ist ein Haustier", unterstrich der Landesvorsitzende, Hartmut Weigelt. Nabu-Landeschef Josef Tumbrinck hält die Forderung allerdings nicht für durchsetzbar. Er hält dagegen eine Kastrations- und Chip-Pflicht für Katzen wichtig.

Wie sich die drastische Verkleinerung der Liste jagdbarer Tiere von über 100 auf nur noch 27 Arten auf Abschusszahlen und Fleischmengen auswirkt, wird sich erst in der Abschlussbilanz des Jagd-Jahres zeigen. Der Nabu rechnet allenfalls mit geringen Abweichungen, da der Gesetzgeber bei den wichtigsten Jagd-Tieren wenig geändert habe.

Dennoch habe NRW mit seiner Novelle einen guten Kompromiss gefunden und "bundesweit einen Meilenstein gesetzt", lobte Tumbrinck. Änderungen wie das Verbot von Totschlagfallen oder der Baujagd auf Füchse hätten eine breite gesellschaftliche Akzeptanz, hinter die auch künftige Regierungen nicht mehr zurückfallen könnten.

Der Öko-Jagdverband lobte das Ende eines Jagdtrophäen-Unwesens, etwa mit dem neuen ganzjährigen Schutz der Waldschnepfe - ebenfalls ein umkämpftes Symboltier in der Debatte. Weigelt hob außerdem das Ende der "Knochen-Olympiaden" hervor, sogenannte Hege-Schauen, wo etwa Rotwildgeweihe präsentiert werden mussten.

(dpa)
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