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Vorgarten in Essen abgesackt
Großes Loch entsteht vor Einfamilienhaus

Großes Loch in Essen: Garagenzufahrt vor Einfamilienhaus weggesackt
Unter den Pflastersteinen der Auffahrt dieses Hauses ist ein Loch. FOTO: dpa, rwe gfh
Essen. Sieben mal drei Meter ist das Loch groß, dass sich am Dienstag vor einem Einfamilienhaus in Essen aufgetan hat. Wurde die Erde durch eine geborstene Wasserleitung weggespült oder ist ein alter Stollen eingestürzt? Im Ruhrgebiet sucht man nach der Ursache.

Im Ruhrgebiet hat sich mal wieder die Erde aufgetan: Am Dienstagvormittag sackte in einer Essener Wohnsiedlung vor einem Einfamilienhaus ein Stück der Garagenzufahrt weg. Am Mittag klaffte ein etwa sieben mal drei Meter großes Loch in der Einfahrt, es war rund 1,5 Meter tief, wie ein Feuerwehrsprecher berichtete. Verletzt wurde niemand. Betroffen war aber ein Auto, dessen Vorderräder über der abgesackten Stelle hingen. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte zuerst berichtet.

Die Feuerwehr brachte die Bewohner des betroffenen Hauses und von vier Nachbarhäusern in Sicherheit. Wann sie wieder in ihre Häuser zurückkönnen, war zunächst unklar. Der Bereich wurde abgesperrt. Experten begannen mit der Ursachenforschung. Ein Wasserrohrbruch oder der Einbruch eines Hohlraums aus Zeiten des Kohlebergbaus könnten das Loch verursacht haben, sagte der Sprecher weiter.

120 Tagesbrüche pro Jahr in NRW

Fotos: Abgesackte Straßen, Risse in Häusern: Bergschäden FOTO: dapd, dapd

Der Dezernent für Gefahrenabwehr im Altbergbau bei der Bezirksregierung Arnsberg, Peter Hogrebe, hält es für möglich, dass es in dem Gebiet früher oberflächennahen Bergbau gab. Experten hätten sofort begonnen, alte Lagepläne der Bergwerke, sogenannte Grubenbilder, zu studieren, um die genaue Lage der früheren Abbaugebiete herauszufinden. Jährlich gibt es laut Hogrebe in Nordrhein-Westfalen rund 120 sogenannte Tagesbrüche. Bei 60 bis 70 Prozent von ihnen sei Altbergbau die Ursache.

Der jahrhundertelange Steinkohleabbau im Ruhrgebiet sorgt an der Oberfläche immer wieder für Schäden durch sogenannte Bergsenkungen. Ende 2013 war in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs ein einsturzgefährdeter Stollen entdeckt worden. Die Sicherung dauerte mehrere Wochen, der Zugverkehr war in dieser Zeit massiv gestört.

(mre/lnw)
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