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Von wild bis wahnsinnig süß
Das waren die tierischsten Schlagzeilen in NRW

Fotos: Kater überlebte vier Wochen hinter einer Badewanne
Fotos: Kater überlebte vier Wochen hinter einer Badewanne FOTO: dpa, obe fdt
Düsseldorf. Ein Maunzen hinter der Wand, ein Känguru im Weidezaun und ein dramatisches Ende für einen Menschenaffen: So einige Tiere hielten Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 auf Trab. Nicht immer ging es dabei um kuschelige Exemplare.

Es sind traurige Geschichten, wie die des auf der Flucht erschossenen Orang Utans, aber auch heitere Anekdoten von umherhüpfenden Kängurus: So mancher Vierbeiner eroberte im vergangenen Jahr die Nachrichten. Diese tierischen Schlagzeilen bleiben in besonderer Erinnerung:

TIERISCHE RETTUNGSAKTIONEN: Dramatische Rettungsaktionen von Polizei und Feuerwehr brachten 2015 so manches Tier zurück zu ihren Besitzern: So steckte in Düsseldorf eine Katze tagelang in einem Regenrohr fest. Ebenfalls in der Rheinmetropole war ein Pferd in Nachbars Swimmingpool gesprungen und musste mit Leinen aus dem Becken gehievt werden. In Alsdorf kam die Feuerwehr einem verletzten Reh zur Hilfe. Es hatte sich ausgerechnet in ein Bankfoyer verirrt.

Düsseldorf: Feuerwehr rettet Katzenbaby aus Rohr FOTO: Feuerwehr Düsseldorf

TIERISCHER ÜBERLEBENSKÜNSTLER: Den geliebten Kater Simba hatten seine Besitzer schon fast abgeschrieben, so lange gab es kein Lebenszeichen. Dann fand man ihn - eingemauert unter einer Badewanne.
Er war wohl durch das Haus der Nachbarn in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) getigert, das renoviert wurde. Gerade als Handwerker den Sockel der Badewanne neumauerten, muss er unter dem Trog gesessen haben. Vier Wochen lang suchten seine Besitzer nach dem Kater, bis Ostern die Bauherrin ein seltsames Geräusch vernahm: Ein Miau im Bad.

TIERISCH GEFÄHRLICH: Dass Vierbeiner auch mal wild und damit für den Menschen gefährlich sein können, zeigte 2015 die Beißattacke eines Rottweilers in Duisburg. Der Hund verletzte ein zweijähriges Mädchen und sollte deshalb eingeschläfert werden. Vor Gericht kämpfte seine Halterin dagegen, doch die Richter blieben unnachgiebig: Der wildgewordene Hund darf getötet werden, entschieden sie. Im November setzte ein Arzt die tödliche Injektion.

Ausbruch aus Duisburger Zoo: Orang-Utan erschossen FOTO: : Zoo Duisburg, Kuster/www.zoo-foto.de

TIERISCHER RÜCKKEHRER: Er ist wieder da! So jubelten viele Naturfreunde Anfang des Jahres. Ein Wolf war in Siegen-Wittgenstein in eine Fotofalle getappt, im Kreis Minden-Lübbecke hinterließ er seine DNA-Spuren. Ob er nur zu Besuch war oder sich nach 180 Jahren Abwesenheit wieder dauerhaft in Nordrhein-Westfalen aufhält, ist nicht sicher. Als "Wolfserwartungsland" gelten Teile des Bundeslandes aber allemal. Entsprechend hat man längst angefangen, sich auf die dauerhafte Rückkehr der grauen Jägers vorzubereiten: Experten beraten unter anderem Schäfer, wie sie ihre Herden schützen.

TIERISCHE TRAGÖDIEN: Schock und Trauer im Zoo Duisburg: Als Jungtier war Nieas ins Ruhrgebiet gekommen, doch dann musste ein Zoomitarbeiter den inzwischen 26 Jahre alten Orang Utan erschießen.
Der Menschenaffe, der zu den besonders gefährlichen Wildtieren zählt, war im Herbst durch ein Oberlicht aus dem Gehege getürmt. Bereits am Außenzaun angekommen, habe es keine andere Möglichkeit gegeben, als das in dieser Stresssituation unberechenbare Tier zu töten, berichtete tags drauf der Zoodirektor sichtlich traurig.

Entlaufene Tiere in der Region FOTO: Kreispolizeibehörde Mettmann

TIERISCHE AUSREISSER: Während im Herbst an der Autobahn 30 bei Rheine ein auf der Schallschutzwand turnendes Kapuziner-Äffchen die Polizei auf Trab hielt, gebührt der Titel "NRWs umtriebigster Ausreißer" 2015 wohl einem anderen Hüpfer: Das Känguru "Skippy" sprang wochenlang durch das Sommerloch. Immer wieder sichteten Anwohner das ausgebüxte Beuteltier an verschiedenen Orten im Hochsauerland - doch erst ein Weidezaun in Nordhessen stoppte das Känguru. Woher es kam und wie lange es unterwegs war, blieb jedoch unklar. Eine Züchterfamilie aus Medebach gab dem exotischen Tier schließlich ein neues Zuhause.

TIERISCHER ZANKAPFEL: Es sollte ein Artenschutz-Vorzeigeprojekt werden, doch stattdessen hat die Wisent-Herde in Wittgenstein 2015 für Streit mit den Waldbauern gesorgt. Die urigen Viecher, hierzulande längst ausgestorben, waren vor knapp drei Jahren mit Erfolg ausgewildert worden. Doch dass ihnen vor allem die Baumrinden schmeckt, brachte die Waldbesitzer auf - und den Streit schließlich vor Gericht. Das erteilte den Riesen-Säugetieren ein Verbot für jene Wälder, die den Klägern gehören. Damit das gelingt, müssen die Artenschützer notfalls Zäune ziehen.

TIERISCHE VERFOLGER: Zu bundesweiter Prominenz verhalf die Polizei in Bottrop einem Eichhörnchen mit der Mitteilung, eine Frau sei von eben diesem verfolgt worden. Die Beamten hätten das hartnäckige Tier in Gewahrsam nehmen müssen. Es sei völlig erschöpft gewesen, berichteten die Polizisten. Liebevoll päppelten sie es mit Apfelstückchen wieder auf, bevor sie es in eine Eichhörnchen-Auffangstation weitergaben.

(met/ lnw)
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